6.000 Bauern protestieren in Münster gegen neue Düngeverordnung

Großdemo der Landwirte gegen Düngeverordnung WDR aktuell 04.04.2019 01:39 Min. Verfügbar bis 04.04.2020 WDR

6.000 Bauern protestieren in Münster gegen neue Düngeverordnung

  • Neue Verordnung soll Grundwasser schützen
  • Bauern befürchten Einbußen
  • Verordnung betrifft nitratbelastete Regionen in NRW

Mehrere Tausend Landwirte aus dem ganzen Bundesgebiet haben am Donnerstag (04.04.2019) in Münster demonstriert. Sie protestierten gegen die Verschärfung der Düngeverordnung.

Demonstranten mit ihren Plakaten

Die Bauern fürchten um ihre Zukunft

Mit der neuen Verordnung will die Bundesregierung EU-Vorgaben erfüllen. Dabei geht es vor allem um den Schutz von Grundwasser, das durch die stickstoffhaltige Gülle belastet wird. Die Bauern befürchten durch die neue Verordnung zusätzliche Kosten und Ernteeinbußen. Außerdem würden sie sich bereits jetzt für den Schutz des Grundwassers einsetzen, argumentieren sie.

Finanzielle Hilfen für Bauern

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU)

Die Ministerin will die Bauern unterstützen

Die NRW-Landwirtschaftsministerin sagte den Landwirten im Vorfeld der Veranstaltung im WDR-Interview ihre Unterstützung zu: "Es ist wichtig den Bauern finanziell unter die Arme zu greifen, so dass sie die neuen Anfordernungen der Düngeverordnung auch tatsächlich erfüllen können", so Ursula Heinen-Esser im WDR-Radio.

Bundeslandwirtschaftsministerin verteidigt neue Verordnung

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf der Bühne

Die Ministerin verteidigte die Vorgaben

An der Veranstaltung in Münster nahm auch Bundes-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner teil und stellte sich vor Ort der Diskussion mit den Bauern. Sie setzte sich für die strengeren Vorgaben ein: "Dass die Nitratwerte im Grundwasser an vielen Stellen zu hoch sind, ist Fakt", sagte sie in ihrer Rede. Die Trinkwasseraufbereitung werde daher immer teurer.

Empörung bei den Landwirten

Ein Mensch im Schweinekostüm hält ein Schild

Bunter Protest gegen die neue Verordnung

Die Stimmung bei der Kundgebung bei den Bauern im Publikum war aufgeheizt. "Ein Angriff auf die Landwirtschaft" - so bezeichneten die Bauernverbände aus Nordrhein-Westfalen die erneute Verschärfung der Düngeverordnung.

Eine Menschenmenge mit Plakaten vor einer Bühne

Mehrere Tausend Bauern nahmen an der Kundgebung teil

Vor allem in nitratbelasteten Gebieten sollen die Vorgaben für landwirtschaftliche Betriebe verschärft werden. Im Gespräch sind 20 Prozent weniger Dünger in Gebieten, in denen das Grundwasser einen zu hohen Nitratwert aufweist. Dies sei eine Vorgabe nach "Rasenmäher-Methode", kritisierten die Bauern. In NRW wären davon zum Beispiel das Münsterland und der Niederrhein betroffen.

Deutschland drohen hohe Strafen

Eine Frau wird von mehreren Leuten interviewt

Ministerin Klöckner bei der Pressekonferenz in Münster

Die Düngeverordnung war bereits vor zwei Jahren verschärft worden, jetzt muss sie erneut überarbeitet werden. Grund dafür ist, dass die Nitratbelastung im Grundwasser in Deutschland an vielen Stellen über dem EU-weit zulässigen Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter liegt.

Zwei Männer mit Plakaten

Die Bauern protestierten lautstark

Die EU-Kommission droht Deutschland daher mit hohen Strafen, sollte die Nitratbelastung im Grundwasser nicht wirkungsvoll gesenkt werden. Die EU-Kommission fordert unter anderem längere Verbotszeiten für das Ausbringen von Gülle auf Grünland. Nach dem bisherigen Plan der Bundesregierung sollen die strengeren Regeln ab Mai 2020 gelten.

Bauerndemonstration gegen Düngeverordnung in Münster

WDR 5 04.04.2019 02:41 Min. Verfügbar bis 03.04.2020 WDR 5

Download

Düngeverordnung: Wohin mit der Nitrat-Gülle? Westpol 17.02.2019 UT DGS Verfügbar bis 17.02.2020 WDR

Stand: 04.04.2019, 20:00

Kommentare zum Thema

58 Kommentare

  • 58 Nagelmann Johannes 06.04.2019, 13:41 Uhr

    Hallo Herr N. Westphal, ich würde gerne vorbei kommen. Bitte Ihre Adresse. Danke

    Antworten (1)
    • N. Westphal 06.04.2019, 15:09 Uhr

      -:) Zu MIR brauchen Sie nicht zu kommen. Bei MIR fließt keine Gülle im Garten. Fahren Sie über beliebige Wirtschaftswege in den Kreisen Warendorf, Borken und Coesfeld. Nehmen Sie mal ein Nässchen an einem beliebigen Graben / Vorfluter links und rechts des Weges, wenn Sie durch den Algendreck überhaupt noch ans Wasser kommen. Werfen Sie einen Blick in die einschlägigen Datenbanken. Fragen Sie mal einen Landwirt, der vor 50 Jahren Schweine gemästet hat zum Tierwohl in den heutigen Mastfabriken. Wer zahlt für die Verunreinigung des Trinkwassers ? Der Steuerzahler ? Wer begleicht die Naturschäden aus extensiver Landwirtschaft ? Raus aus den Subventionen. Begrenzung von Chemieeinsatz. Rauf mit den Erzeugerpreisen. Von mir aus Halbierung der Fleischproduktion und Verdopplung der Preise, aber bloß nicht so tun als sei das Problem mit noch mehr Produktion in den Griff zu kriegen.

  • 57 Tscharlie 05.04.2019, 23:17 Uhr

    ....ein Vollerwerbslandwirt bekommt zum teil 6 - 7 stellige Subventionen in Euro jedes Jahr , einfach ausgoogeln und offen legen , die Bauern wollten das der Milch preis frei wurde , und was passiert , die Bauern verseuchen das ganze Grundwasser und sie sind Mitschuld am Insekten sterben , das jeder Autofahrer an der Windschutz Scheibe sieht

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    • Maus 06.04.2019, 13:44 Uhr

      Das was aus den Autos hinten rauskommt macht auch die Insekten kaputt. Ad blue usw . Oder wird auf den Autobahnen auch Gülle ausgebracht ? Lichtverschmutzung ist auch ein Thema .Licht in der Nacht bringt die Insekten total aus dem Konzept. es sind bei allen Streit-Themen nie die Landwirte allein schuld. Wir müssen auf vielen Ebenen an einer Verbesserung arbeiten.Aber es ist viel einfacher dem Gegenüber die Schuld zuzuschieben. Die Subventionen heißen bei uns Ausgleichzahlungen,sie sind auf den Betrieben nur durchlaufende Posten . Sie haben zwei Zwecke, einmal sollen die Preise für Lebensmittel günstig sein,damit auch jeder Mensch in unserem Land satt werden Kann,ist wohl politisch so gewollt.. und Zweitens kann man als Landwirt den Antrag nur dann stellen ,wenn man immer strengere Auflagen erfüllt. Mir wäre viel lieber ,daß unsere Produkte bessere Preise bringen würden,statt daß wir von den Ausgleichzahlungen abhängig wären. Danke an alle die meine Kommentar gelesen haben.

  • 56 Tina 05.04.2019, 17:40 Uhr

    Die Lebensmittel müssen billig sein damit!!! Damit die Bürger mehr Geld für Ihre Lebensgestaltung haben Hobby, Urlaub, Handy neues Auto usw. Dann sind die Bürger zufrieden und brauchen nicht viel nach Denken, weil satt wird man ja!!!! Wenn die Lebensmittel realistisch bezahlt werden würden und auch mal wieder wertgeschätzt würde, und das Geld auch bei den Landwirten ankommen würde und nicht im Handel verbleiben würde. Und die Bürger auch mal verzichten würden wenn man sich nicht jeden Tag Fleisch leisten kann. Bräuchten die Landwirte nicht immer größer werden und könnten vernünftig und mit Guten Gewissen und mir der Wertschätzung der Bürger wirtschaften. Dies ist leider nicht mehr möglich. Hunger macht böse! Das weiß die Politik und da es genug andere Baustellen in der Politik gibt. Versucht man erst garnichts an den Erzeugerpreisen zu ändern!!! Hunger macht Böse!

    Antworten (1)
    • Liane 05.04.2019, 18:33 Uhr

      Das argentinische Steak ist sehr zu empfehlen.

  • 55 N. Westphal 05.04.2019, 16:37 Uhr

    Industriell wirtschaftende LW sind Umwelterstörer. Staatlich subventioniert. Der Grund allen Übels. Hängt mal über jeder Fleischtheke Bilder aus den Sauställen NRWs auf. Aus Hähnchen- und Rindermast. Einfach nur realistische Ekelbilder. Bilder von Viehtransportern und Schlachthöfen. Mal schauen, wie schnell viele Verbraucher reagieren. Unsere Agrarindustriellen sind doch schon lange keine ehrbaren Bauern mehr. Vieh wird in Stückzahlen berechnet und jede Subvention schnellstmöglich eingesackt. Ob das Trinkwasser belastet wird interessiert die Herrschaften nicht. Der doofe Steuerzahler wirds schon richten und die Politik kuschen.

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    • Jannik Thiemann 05.04.2019, 17:22 Uhr

      Also anders als satirisch ist ihr Kommentar hoffentlich nicht zu verstehen. Ich frage mich woher sie ohne Bauern und effiziente Landwirtschaft ihre Nahrung beziehen möchten. Düngen ist eine der natürlichsten Dinge überhaupt, und nur mit Dünger lässt sich in Deutschland auch effektiv etwas anbauen. Mal zu den Subventionen, ein einzelner Bauer hat nichts davon, die Gesamte Bauerschaft bezieht gerade Mal so viel an Subventionen wie z.B. ein einzelner Großkonzern: Airbus. Und ich weiß nicht was ihnen mehr Wert sein sollte, ihre tägliche Nahrung oder irgendwelche sowieso hochprofitablen Unternehmen. Ich finde es beschämend dass die eine so ehrbare Branche in den Dreck ziehen, denn sie verdanken der Arbeit dieser Bauern ihr täglich Brot.

    • N. Westphal 05.04.2019, 21:13 Uhr

      HALLO gehts noch? Wenn Satire, dann Realsatire. Schon von Eu Agrasubv. gehört ? Die Datenbank ist öffentlich. In meiner kleinen Gemeinde 154 Empfänger ! Z.b. mittelgrosser Schweinemäster = 60000 Euro. Und das sind ja nicht die einzigen Fördertöpfe wie Sie hoffentlich wissen. Z.b. "Uferrandstreifen = 1135 Euro fürs Nichtstun p. Hektar. Können gerne vorbeikommem im Münsterland dieser Tage. Gräben und Gewässer stinken vor Jauchebrühe. Verantwortungsvolles Landwirtschaften sieht anders aus. Nochmal: Zeigt der Bevölkerung, was Landwirtschaft heute so treibt und ihr werdet schnell merken was der Verbraucher wirklich will. Dann sind frische Schweinefilets kg 6,99 E. eben passe, Gott sei Dank.

    • Maus 06.04.2019, 14:02 Uhr

      N.Westphal.....du bist ja krass drauf !! Jeder sieht nur das, was er sehen will. Manchmal hilft es mal die Sicht des gegenüber einzunehmen. Man muß dem ja nicht zustimmen,aber der eigene Horizont wird weiter.

    • N.Westphal 06.04.2019, 15:24 Uhr

      MAUS: Krass drauf ? Krass drauf ist offensichtlich die EU wenn Sie uns zu Milliarden Bußgeldern verdonnert. Ich wäre hier fürs Verursacherprinzip, dann hätte der Spuk schnell ein Ende. "Sicht der anderen" ja welche denn ? Sollen Sie doch so weitermchen, oder wie ? Was glauben Sie eigentlich passiert derzeit im Kohlebergbau, Atomkraftwerken. Braunkohletagebau, beim Privatmann nach Dieselfahrverboten, aber auch in Gewerbebetrieben. Was glauben Sie treibt derzeit die deutsche Automobilindustrie um nachdem diese uns Jahre lang vereimert hat. Nee, nee, ich fürchte Ihnen stünde eine Horizonterweiterung über den eigenen Feldrand auch sehr gut zu Gesicht.

  • 54 Maus 05.04.2019, 10:41 Uhr

    Was brauchen wir Bauern , unser Essen gibts doch im Aldi,Rewe ,Lidl usw

    Antworten (2)
    • Burkhard 05.04.2019, 12:36 Uhr

      Ja genau und der Strom kommt aus der Steckdose!! Wie naiv ...

    • Maus 06.04.2019, 14:03 Uhr

      Ironie

  • 53 Stefan R 05.04.2019, 08:33 Uhr

    Aja Thema Subventionen. Man kann im Internet nachlesen wie viel Geld jeder betrieb bekommt. Aber wie viel Subventionen die Industrie bekommt steht nirgends. Man sollte bedenken das die Preise für Produkte in der Industrie die Firemen selber machen uns Landwirten wird der preis vorgegeben. Ich denke jeder Landwirt könnte auf die Subventionen verzichten wenn es vernünftige Preise für die Produkte geben würde und die Arbeit vernünftig entlohnt würde n

  • 52 Jo 05.04.2019, 08:02 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 51 Thomas 05.04.2019, 06:20 Uhr

    Wenn es um Geld geht ist die Umwelt doch scheissegal. Wann habt ihr eigentlich euren Verstand abgegeben ?

  • 50 Landwirt aus Leidenschaft 05.04.2019, 01:59 Uhr

    Das Problem ist, dass man 20% weniger düngen soll als die Pflanzen benötigen, was absolut keinen Sinn ergibt. Das wird leider nichteinmal erwähnt. Hier in Deutschland lagert man und verteilt man Gülle und Mist Flächen und Pflanzen gerecht und anderswo hat man Gülleseen oder die Tiere scheißen immer wieder auf die selben Flächen. Außerdem haben wird in Deutschland eine Trinkwasserqualität wie kaum woanders, hat die Klöckner selber gesagt! Daher vorher bitte informieren! PS: Gülle LKWs werden kritisch gesehen, dienen aber sauberen Straßen und einer effizienten und Emmissionsschonenden Wirtschaftsdüngerausbringung... also generell für alle eigentlich ein vorteil, vorausgesetzt man informiert sich einmal wirklich. Pflanzenschutz: Hält unsere Pflanzen gesund und sichert Nahrung und Leben. Es sterben genug Menschen auf der Welt an hunger, dass sollte man im Hinterkopf haben bevor man sagt, wir würden die Umwelt vergiften! Den das stimmt nicht!

  • 49 Hähnchenanton 04.04.2019, 23:03 Uhr

    Habe den Eindruck 98% der Bevölkerung hat die Kenntnis dazu wie Landwirtschaft zu laufen hat, nur die 2% die es gelernt haben kennen am wenigsten.

  • 48 Powerpuffreis 04.04.2019, 22:40 Uhr

    Es geht nicht darum 20% weniger zu düngen. Es soll 20% unter den Bedarf der Kultur gedüngt werden und dann gibt's nur 80% vom Ertrag. Der dann wieder nur die Grundlage für den Bedarf des nächsten Jahres ergibt also sind wir grob gesagt ohne Zinseszins in Jahr 2 bei 60% usw. Dabei kommt noch hinzu das vom Ertrag erstmal alle Kosten bezahlt werden müssen. Also wenn man 8t Weizen erntet gehen ca 5-6t alleine für die Kosten drauf. Da ist 20% unter dem Bedarf eine Ansage die bei einem Arbeitnehmer schon fromm ausgedrückt Lohnsklaverei genannt wird. Auch sind die Messwerte die nach Brüssel gesendet wurden, nicht repräsentativ genommen worden. Dazu bitte einmal Maltagrafik googeln. Mir kommt es so vor als wenn wir nur noch von Bilderbergern reagiert werden die den kleinen Mann für sich und ihre Ziele verarschen. Merkt man übrigens auch an diesem Artikel bei dem man es sich doch sehr einfach gemacht hat über ein kompliziertes Thema zu berichten...