Siegen: Demo gegen rechtsextreme Partei

Siegen: Demo gegen rechtsextreme Partei

Von Fritz Sprengart

  • Rechtsextreme Splitterpartei eröffnet Büro in Siegen
  • Anwohner sind verunsichert
  • Rund 1.000 Demonstranten
  • Polizei warnt vor gefährlichen Rechtsextremisten

Moktar Habidi kommt aus Tunesien. Seit 2007 wohnt er in Siegen. Nur eine Straße weiter hat jetzt die Partei "Der dritte Weg" ihr Büro aufgemacht.

"Ja selbstverständlich habe ich Angst", sagt er. "Jeder hier hat Angst. Nicht nur ich allein. Ich habe schon meiner Frau gesagt, wenn das so weiter geht, dann verkaufen wir das Haus."

Viel Multikulti und "der dritte Weg"

Website des Dritten Wegs auf Computerbildschirm

Die rechtsextreme Partei hat ein Büro in Siegen eröffnet

Direkt gegenüber von dem Büro der Rechtsextremisten ist ein russischer Supermarkt. Einen griechischen Gyros-Imbiss und einen türkischen Fleischhandel gibt es auch in der Straße. Hier wohnen besonders viele Siegener mit Migrationshintergrund.

Warum macht der Dritte Weg ausgerechnet hier ein Büro auf? Auf der Internetseite der Partei heißt es: "Begegnungsstätte für Deutsche, die es auch noch sein wollen" und ein "Gegenpol zum faulen und kranken BRD-Zeitgeist."

Rund 1.000 Demonstranten

Dagegen wurde am Freitag (10.07.2020) demonstriert. Laut Polizei versammelten sich rund 1.000 Teilnehmer des Aktionsbündnisses "Siegen gegen Rechts". Einige hatten sich vermummt, darum forderte die Polizei sie auf, bestimmte Bereiche des Gesichtes nicht zu verdecken. Erst dann durfte sich der Demonstrationszug in Bewegung setzen.

André Dobersch Staatsschutz Hagen

André Dobersch vom Staatsschutz spricht von Gewalttätern

Dem Leiter des Staatsschutzes in Hagen, Andrè Dobersch, bereitet die Präsenz der rechtsextremen Partei Sorgen. "Wir haben Gewalttäter, die dort Parteiarbeit leisten", sagt er. Den Dritten Weg sieht er in der Tradition der NSDAP. "Sie geben sich oft bürgerlich, sind aber Wegbereiter einer Radikalisierung, die auch dazu führt, dass wir zunehmend mit gewalttätigen Ausschreitungen konfrontiert sind. Insbesondere gegen Migranten."

Stand: 10.07.2020, 21:52