Reaktion auf verbrannte Flagge: Hunderte demonstrierten gegen Antisemitismus in Münster

Menschen mit Flaggen auf der Demo gegen Antisemitismus

Reaktion auf verbrannte Flagge: Hunderte demonstrierten gegen Antisemitismus in Münster

Rund 300 Menschen haben am Sonntagnachmittag in der Innenstadt von Münster demonstriert. Sie wollten ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen.

Auf dem Prinzipalmarkt haben die Teilnehmer der Demonstration eine Schweigeminute abgehalten und so der israelischen Opfer im Nahost-Konflikt gedacht. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Sharon Fehr, machte seine Position deutlich: Proteste gegen die Regierung Israels seien legitim. Aktionen vor Synagogen, ob gewalttätig oder nicht, seien antisemitisch.

Unter den Teilnehmern der Demonstration war auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Sie kam unangemeldet als Privatperson. Nach Angaben der Polizei ist die Kundgebung nach gut einer Stunde friedlich zu Ende gegangen.

Flagge vor Synagoge verbrannt

Die Demonstration war eine Reaktion auf den Vorfall vor der münsterischen Synagoge am Dienstagabend. Eine Gruppe Männer hatte antijüdische Parolen gerufen und eine Israel-Flagge verbrannt. Der Staatsschutz ermittelt jetzt gegen 13 Männer.

Am Samstag hatten rund 600 Menschen vor dem Münsteraner Hauptbahnhof unter dem Motto "Free Palestine" demonstriert und sich mit Palästinensern in Nahost solidarisiert. Die Demonstration verlief nach Polizeiangaben zwar weitgehend friedlich, ein Polizist wurde aber verletzt, als einer der Demonstranten versuchte, eine Polizeikette zu durchbrechen.

Stand: 16.05.2021, 17:18