Quarantäne-WG in Wettringen

Gemeinsame Quarantäne mit Patienten Lokalzeit Münsterland 18.03.2020 02:30 Min. Verfügbar bis 18.03.2021 WDR Von Antje Kley

Quarantäne-WG in Wettringen

  • Pfleger schotten sich zusammen mit Demenzkranken ab
  • Schutz der Betreuten vor Ansteckung ist oberstes Gebot
  • Dauer der Selbstisolierung ungewiss

Mit Koffer und Matratzen sind Bettina Reinhardt  und ihre zwölf Kollegen am Montag (16.03.2020) in die Demenz-WG in Wettringen eingezogen. Dort leben sie nun mit 23 Demenzkranken zusammen unter einem Dach. Am Abend nach Feierabend nach Hause zur Familie – das geht jetzt nicht mehr. Die Altenpfleger und Betreuungsassistenten haben sich abgeschottet, zum Schutz der Bewohner.

Freiwillig Quarantäne als Schutzmaßnahme

Britta Kamphues hat erstmal zu Hause Familienrat abgehalten, sagt sie. Sich mit ihrem Mann und ihren Söhnen besprochen. Für die drei ist es in Ordnung, dass sie vorläufig in der Demenz-WG schläft. Die Söhne sind 16 und 18 Jahre alt – sie versorgen sich selbst. Das hilft ihr schon mal – Britta Kamphues war es wichtig, in Wettringen zu sein. Sie wird dort gebraucht, genauso wie ihre Kollegen.

Gefahr der Ansteckung wurde immer größer

Bereits in der vergangenen Woche zeichnete es sich ab, dass das Besuchsverbot der Angehörigen droht. Und die Betreuung nicht mehr wie üblich sein kann. Die Pflegekräfte haben diskutiert und dann beschlossen: wir isolieren uns selbst. Um unsere Bewohner vor Ansteckung durch die Betreuer zu schützen und um bei ihnen sein zu können.

Matratzenlager im Obergeschoss

Ein Hauseingang

Der Hauseingang der neuen Isolations-WG

Mit Matratzen, Luft- und Feldbetten haben sie ein Lager aufgeschlagen. Bettina Reinhardt sagt, es sei eine tolle Erfahrung. Gestern haben sie einen Filmabend veranstaltet, heute wird gegrillt. Von Lagerkoller keine Spur. Wie lange die dreizehn Pfleger in der Demenz-WG bleiben, wissen sie noch nicht.

Stand: 18.03.2020, 16:58

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