Neues im Fall Sadiki

03:18 Min. Verfügbar bis 25.05.2023

Demente Frau aus Siegen erhält dreimonatige Duldung

Stand: 25.05.2022, 10:48 Uhr

Eine demente Frau, die in ihre Heimat Nordmazedonien zurückkehren sollte, darf vorerst hier bleiben. Die 77-jährige Habibe Sadiki hat eine Duldung bekommen - zunächst für drei Monate.

Ausgelöst durch einen WDR-Bericht hat die Siegener Ausländerbehörde die Ausreisepflicht vorübergehend ausgesetzt und einen neuen Termin vereinbart. Bei diesem Termin hat die demente Frau heute (24.5.2022) eine Duldung für drei Monate bekommen. Die Familie müsse nun weitere ärztliche Gutachten vorlegen, damit der Fall erneut geprüft werden könne. Dem Sohn ist heute ein Stein vom Herzen gefallen.

Habibe Sadiki 2019 mit Touristenvisum eingereist

Mirsat Sadiki

Der Sohn pflegt seine Mutter.

Habibe Sadiki war nach dem Tod ihres Mannes 2019 mit einem Touristenvisum aus Nordmazedonien zu ihrem Sohn nach Siegen gekommen. Die 77jährige ist dement und herzkrank. Ihr Sohn Mirsat Sadiki pflegt sie zu Hause. In Nordmazedonien gebe es keine ausreichende ärztliche Versorgung, sagt der Sohn Mirsat Sadiki. Er hat sich verpflichtet, die Kosten für Krankenversicherung und Pflege aus eigener Tasche zu zahlen.

Fiktionsbescheinigung nicht mehr verlängert

Das Rathaus in Siegen

Die Familie hofft, dass die Mutter dauerhaft bleiben kann.

Regelmäßig bekam Habibe Sadiki eine so genannte Fiktionsbescheinigung, wonach ihr Aufenthalt als erlaubt galt. Diese Bescheinigung wurde im März nicht mehr verlängert. Ab diesem Zeitpunkt war seine Mutter ausreisepflichtig. Für Mirsat Sadiki nicht nachvollziehbar: „Meine Mutter kostet den Staat keinen Cent, ich bin deutscher Staatsbürger und ich verstehe nicht, warum ich meine Mutter nicht hier bei mir pflegen darf.“ Mit der Duldung heute jedenfalls sei ein Anfang gemacht. Er hofft, dass seine Mutter irgendwann dauerhaft bei ihm bleiben kann.