Fahrradstadt Münster: Corona-Schnelltest in der Rikscha

Die Leezen Heroes bringen Corona-Schnelltests mit ihren Rikschas.

Fahrradstadt Münster: Corona-Schnelltest in der Rikscha

Von Petra Brönstrup

In Münster sind jetzt auch kostenlose Corona-Schnelltests in einer Rikscha möglich. Ein Kurierdienst bietet im Auftrag der Stadt diesen Service unter freiem Himmel an.

Gregor Sapp hat schon mehrere kostenlose Corona-Schnelltests gemacht, im Testzentrum, in der Apotheke, aber noch nie in einer Rikscha. Die steht auf dem Gelände der Firma, für die Sapp arbeitet. Firmenchef Ulrich Haverkamp hat das Gefährt inklusive Personal kommen lassen. Er will dazu beitragen, dass sich seine 100 Mitarbeiter kostenlos und unkompliziert testen lassen können.

Keine Spazierfahrt

Ein Mann in Schutzkleidung steht vor einer Rikscha die als Corona-Teststelle fungiert.

Spucken erwünscht - hinter dem Sichtschutz auf der Rückbank der Rikscha

Sapp klettert auf die Rückbank der Rikscha und verschwindet dabei hinter einer blauen Kunststofffolie, die als Sichtschutz dient. Er räuspert sich und hustet. Er muss Speichel aus den Tiefen des Rachenraumes im Mund sammeln und in ein kleines Röhrchen spucken. Sapp gibt sich alle Mühe. Nach einigen Minuten ist klar, er wird den Test wiederholen müssen. "Das Ergebnis des Spucktests ist unklar", erklärt ein Mann im Folienkittel, der den Test auswertet.

Fahrradkuriere als Corona-Tester

Ein Mann in Schutzkleidung tröpfelt Prüfflüssigkeit auf einen Corona-Test.

Nach wenigen Minuten liegt das Testergebnis vor

Der Tester gehört zu dem Fahrradkurierdienst, der die Rikscha als mobile Teststation anbietet. Inhaber Florian Voß erzählt, dass die Mitarbeiter, die sonst Personen und Pakete befördern, für die Durchführung der Tests geschult wurden, und zwar von Fachleuten des Gesundheitsamtes der Stadt.

"Jeder kann uns buchen. Firmen, Privatleute, ganze Nachbarschaften. Oder auch Theater, Einzelhandelsgeschäfte, Restaurants. Wir kommen mit unserer Rikscha überall hin und testen", sagt Voß.

Auf dem Weg zur Corona-Modellstadt

Der Kurierdienst arbeitet eng mit der Stadt Münster zusammen. Die hat sich wie einige andere Städte und Landkreise auch als Corona-Modellregion beim Land NRW beworben. Münster möchte, dass das öffentliche Leben in der Stadt trotz Lockdowns wieder hochgefahren werden kann.

Vorbild ist die Stadt Tübingen, die so verfährt und damit bundesweit Beachtung findet. Das bedeutet: Lockerungen unter strengen Auflagen, mit digitaler Kontaktnachverfolgung und guten Testkonzepten. In Münster gehören dazu dann auch Angebote wie der Schnelltest in der Rikscha.

Modellregionen: Wer will es werden und wie? Lokalzeit Münsterland 25.03.2021 02:32 Min. Verfügbar bis 25.03.2022 WDR Von Christian Schweitzer

Stand: 26.03.2021, 07:02