Corona-Hotspot Tönnies: Umliegende Kreise in Warnstellung

Viele Infizierte in Tönnies-Fleischfabrik

Corona-Hotspot Tönnies: Umliegende Kreise in Warnstellung

  • Landräte blicken sorgenvoll in den Kreis Gütersloh
  • Umliegende Kreise wollen "Lockdown" verhindern
  • Tönnies Mitarbeiter in anderen Städten in Quarantäne
  • Osnabrück ergreift Sofortmaßnahmen

Der massenhafte Corona-Ausbruch im Fleischwerk Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hält nicht nur die Stadt und den Kreis Gütersloh in Atem. Umliegende Kreise und die kreisfreie Stadt Bielefeld angespannt auf die Situation. Im Kreis Warendorf gibt es bereits einen Lockdown.

Denn die Werksarbeiter leben weit über Rheda-Wiedenbrück hinaus in anderen Städten und was ist mit potentiell infizierten Menschen, die zum Einkaufen oder für andere Aktivitäten umliegende Städte ansteuern?

"Natürlich blicken wir mit Sorge in Richtung Gütersloh und auch Warendorf. Unser Ziel ist es, die Infektionsketten hier vor Ort zu erkennen und zu durchbrechen", sagte Landrat Manfred Müller am Mittwoch (24.06.2020). Denn auch im Kreis Paderborn leben Menschen, die bei Tönnies gearbeitet haben.

Positive Tests im Kreis Paderborn

Luftaufnahme vom Paderborner Dom

Insgesamt 88 sollen es sein, teilte der Kreis am Donnerstag (25.06.2020) mit. Elf von ihnen seien positiv getestet worden, genauso wie neun Haushaltsangehörige. Alle 88 Mitarbeiter, die in Rheda-Wiedenbrück gearbeitet haben, stehen unter Quarantäne, genauso wie die Haushaltsangehörigen. In Bad Lippspringe stehen eine Kindergartengruppe mit 17 Kindern und drei Erziehenden unter Quarantäne. Eine Grundschule in Bad Lippspringe hat vorzeitig Sommerferien, da zwei Schulklassen in Quarantäne müssen.

Lippes Landrat begrüßt Lockdown

Auch am Kreis Lippe gehe der Corona-Ausbruch beim Rheda-Wiedenbrücker Fleischfabrikanten nicht spurlos vorbei, heißt es. Zwei Tönnies-Arbeiter sind aktuell mit dem Coronavirus infiziert (Stand 23.06.2020). Weitere 23 Menschen leben in Lippe, die jetzt in Quarantäne leben. Landrat Axel Lehmann begrüßt den erneute Lockdown für den Kreis Gütersloh. "Nur so wird es möglich sein, dass sich nicht noch mehr Menschen dort aber auch darüber hinaus anstecken."

Sorge über Pendler aus betroffenen Kreise

Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen macht sich nicht nur Sorgen um die Tönnies-Arbeiter. Menschen aus dem Kreis Gütersloh könnten nach Bielefeld pendeln, die gar nicht wissen, dass sie bereits infiziert sind und so das Virus weiter verteilen. Durch den "Lockdown" im Kreis Gütersloh seien auch die Freibäder dort zu. Da liege es nahe, zum Beispiel nach Bielefeld ins Freibad zu gehen.

Osnabrück verbietet Teilnahme am öffentlichen Leben

Auch über die Landesgrenzen hinaus, im niedersächsischen Kreis Osnabrück, versucht man mit allen Mitteln, eine Ausbreitung aus dem Kreisen Gütersloh und Warendorf zu verhindern und leitet Sofortmaßnahmen ein. "Es ist Menschen aus den beiden Kreisen nicht erlaubt, am Mittwoch (24.06.2020) im Kreis Osnabrück Freizeitanlagen, Konzerte, Kinos etc. zu besuchen. Sie dürfen auch keine Freibäder oder Bars besuchen", sagen die Behörden. Hier drohen Geldbußen bis zu 25.000 Euro.

Neuer Lockdown im Kreis Warendorf Lokalzeit Münsterland 23.06.2020 03:16 Min. Verfügbar bis 23.06.2021 WDR Von Ekkehard Wolff

Ennigerloh und andere Kommunen fühlen sich von Tönnies im Stich gelassen Lokalzeit Münsterland 23.06.2020 02:41 Min. Verfügbar bis 23.06.2021 WDR Von Antje Kley

Stand: 25.06.2020, 20:00