Immer mehr Schnelltest-Angebote im Münsterland

Corona-Schnelltests in Praxen und Testzentren sehr gefragt Lokalzeit Münsterland 22.12.2020 02:29 Min. Verfügbar bis 22.12.2021 WDR Von Christian Schweitzer

Immer mehr Schnelltest-Angebote im Münsterland

Im Münsterland gibt es immer mehr Angebote für einen Corona-Schnelltest. In Ahlen und Münster haben am Dienstag Schnelltestzentren gestartet, in Ahlen sogar als Drive-In.

Die Tests sind offenbar gefragt, auch wenn etliche Mediziner wie der Münsteraner Virologe Professor Stephan Ludwig warnen, dass die Schnelltests trügerische Sicherheit vortäuschen und zu Leichtsinn verleiten können. Denn die Schnelltests haben eine deutlich geringere Zuverlässigkeit als die regulären Coronatests und ihre Aussagekraft nimmt schon nach spätestens acht Stunden rapide ab, so Ludwig.

Drive-In in Ahlen

Professor Stephan Ludwig

Der Virologe Stephan Ludwig befürchtet Leichtsinn

Betreiber des Testzentrums in Ahlen ist ein örtlicher Apotheker. Mit seinem Auto kann man zum Parkplatz am Wersestadion fahren. Mitarbeiter machen dort am Autofenster einen Abstrich. Eine Stunde später kommt das Testergebnis per Mail. Ist das positiv, wird das Gesundheitsamt informiert.

Kosten meist rund 40 Euro

In Ahlen kostet der Schnelltest: 35 Euro für diejenigen, die sich vorher online anmelden, sonst sind es 40 Euro. Gezahlt wird per "Paypal", Kreditkarte oder vor Ort in bar. In Münster soll es auf dem alten Industriegelände am Hawerkamp die Testergebnisse bereits nach kürzerer Zeit geben. Allerdings muss man dort das Auto verlassen.

In Borken betreibt das DRK ein Schnelltest-Zentrum mit großer Nachfrage, in Lengerich hat ein privater Pflegedienst schon Mitte des Monats ein entsprechendes Angebot gestartet. Außerdem bieten nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung rund 250 Hausärzte Schnelltests an, zumeist als kostenpflichtige sogenannte Igel-Leistung.

Empfehlungen des RKI

Auf eine aktuelle WDR-Anfrage zu den Tests verweist das Robert-Koch-Institut auf frühere Veröffentlichungen. Darin werden die Tests "nur unter bestimmten Voraussetzungen" für sinnvoll gehalten. Dazu gehört, dass die Tests vorschriftsmäßig und durch medizinisches Fachpersonal durchgeführt werden. Empfohlen wird, sie zu nutzen, wenn es um kurzfristige Entscheidungen geht. Sie sollten "nur bei Personen angewendet werden, bei denen ein falsch negatives Ergebnis nicht zu schwerwiegenden Konsequenzen führt." Für Massentests seien sie eher ungeeignet, so das RKI.

Stand: 22.12.2020, 20:00