Das Rathaus von Münster

Quarantäne-Lockerungen im gesamten Münsterland

Stand: 10.01.2022, 16:29 Uhr

Die Stadt Münster und der Kreis Steinfurt haben ihre Quarantäne-Regeln für Kontaktpersonen von Omikron-Infizierten gelockert. Die Kreise Warendorf, Borken und Coesfeld haben nachgezogen.

Vollständig Immunisierte ohne Symptome werden nicht mehr isoliert. Die neue Regelung gilt in Münster seit Mittwoch. Bisher bestehende Quarantäneverfügungen des städtischen Gesundheitsamtes für bislang Betroffene wurden aufgehoben. Gleichzeitig wurden sie gebeten, "trotz des Quarantäneendes, bis zu 14 Tage nach dem letzten Kontakt nach Möglichkeit Kontakte zu reduzieren", sich regelmäßig testen zu lassen und Hygieneregeln besonders zu beachten.

Verspätete Omikron-Nachweise

Die Stadt begründet diesen Weg damit, dass Laborergebnisse zur Omikron-Auswertung entweder verzögert, zu spät oder gar nicht gemeldet würden. Deshalb ergebe es keinen Sinn mehr, Kontaktpersonen in eine zweiwöchige Quarantäne zu schicken. Der Kreis Steinfurt unterscheidet mit Blick auf die Lockerungen nicht, ob jemand durch Omikron oder andere Virus-Varianten infiziert wurde. Er geht davon aus, dass die Omikron-Variante ohnehin die vorherrschende ist.

Auch Borken und Warendorf schränken Kontaktnachverfolgung ein

Und diese Variante bereitet nicht nur dem Kreis Steinfurt immer mehr Arbeit, so dass er die Kontaktnachverfolgung weitgehend einstellt. Dasselbe gilt auch für die Kreise Borken und Warendorf. Auch hier ist die Kontaktverfolgung durch die Gesundheitsämter kaum mehr möglich. Informiert werden noch die Betroffenen selbst, ihre Haushaltsangehörigen und Kontaktpersonen, die nicht vollständig immunisiert sind. Alle anderen Kontakte müssen die Betroffenen nun selbst benachrichtigen. Nur der Kreis Coesfeld schafft es zur Zeit noch, alle Kontakte von Covid-Infizierten zu kontaktieren.

Virologe kritisiert Vorgehen

Der Virologe Stephan Ludwig von der Uni Münster kritisierte am Freitag die neue Quarantäne-Regelung im Münsterland. Die Entscheidung, Kontaktpersonen nicht mehr in Quarantäne zu schicken, sei unglücklich und in der öffentlichen Wahrnehmung katastrophal. Besser hätte man die Bund-Länder-Gespräche abgewartet, damit nicht der Eindruck hängenbleibe, jeder mache was anderes, so Ludwig.

Kreise ziehen nach

Die Stadt Münster war bei der Quarantäne-Lockerung vorgeprescht und hatte angekündigt, sich mit den Gesundheitsämtern der Münsterland-Kreise in Verbindung zu setzen, um einheitlich reagieren zu können. Nach und nach sind die Kreise nachgezogen, zuletzt der Kreis Borken am Montag. Hier gilt allerdings: Nur geboosterte Kontaktpersonen von Omikron-Infizierten müssen nicht mehr in Quarantäne. In Münster etwa reicht die zweifache Impfung.