Mehrere infizierte Mitarbeiter bei Friseur in Münster

Corona im Friseursalon Lokalzeit Münsterland 11.11.2020 02:24 Min. Verfügbar bis 11.11.2021 WDR Von Andrea Walter

Mehrere infizierte Mitarbeiter bei Friseur in Münster

Die Stadt Münster hat einen der größten Friseur-Betriebe Ende vergangener Woche vorsorglich geschlossen. Grund ist die nachgewiesene Infektion von sechs Beschäftigten mit dem Corona-Virus.

Von den betroffenen sechs Beschäftigten sei derzeit niemand ernsthaft erkrankt, so die Betreiber des Salons. Der erste positive Testbefund wurde am 3.11. bei einem Mitarbeiter aus dem Kreis Warendorf bekannt. Insgesamt hat der Betrieb mehr als 30 Beschäftigte.

Alle Kontakte der sechs Infizierten sollen zurückverfolgt werden, und zwar bis zu zwei Tagen vor Beginn der Krankheitssymptome bzw. zwei Tage vor dem ersten positiven Abstrich, so ein Sprecher der Stadt.

Erste Ergebnisse der Kontaktermittlung

Bislang seien im beruflichen Umfeld der Infizierten 14 Kollegenkontakte der Kategorie 1 festgestellt worden. Diese 14 Personen "stehen unter Quarantäne und wurden zur Vorlage eines Testergebnisses aufgefordert", teilte die Stadt Münster auf WDR-Anfrage mit.

Erstmals Friseursalon betroffen

Ein Hinweisschild vor einem Frisuersalon

Es war das erste Mal, dass es in Münster einen Friseur-Salon getroffen hat. "In Münster haben wir jetzt nicht die Beobachtung gemacht, dass das durchgehend ein Hot-Spot ist" sagt auch Norbert Schulze Kalthoff vom Gesundheitsamt der Stadt Münster. "Allerdings haben wir auch noch nicht so viele Erfahrungen gemacht - wir werden da schon genau hingucken."

Mittlerweile gibt es auch einen weiteren Salon, der nun wegen Corona-Infektionen zu hat. Allerdings nicht auf Anordnung, sondern weil sich beiden infizierten Mitarbeiter selbst dazu entschlossen haben.

Fast 50 Kunden kontaktiert

Außerdem wurden vier Kollegen- und 47 Kundenkontakte der Kategorie 2 ermittelt, diese Einstufung erfolgte aufgrund der Angabe, dass während des Kontaktes ein Mund-Nasen-Schutz getragen wurde. Offenbar haben sich aber keine Kunden in dem Friseursalon angesteckt haben.

Die Betroffenen seien informiert worden. In der Regel werden sie gebeten, weitere Kontakte einzuschränken, verstärkt die AHA-Regeln einzuhalten und bei Symptomen sofort zu reagieren.

Unterschiedliche Angaben

Zur Schließung des Friseursalons am vergangenen Donnerstagabend, also zwei Tage nach Bekanntwerden der ersten Infektion, sei es nach weiteren positiven Befunden gekommen. Dazu erklärt die Stadt Münster weiter, dass "sich bei den Gesprächen mit den Infizierten herausstellte, dass die Mitarbeitenden die Situation in dem Betrieb anders darstellten" als die Geschäftsführung beim ersten Kontakt mit dem Gesundheitsamt.

Stand: 11.11.2020, 20:00

Weitere Themen