Stadt Lage verbietet Gottesdienste bis Mitte April

Stadt Lage verbietet Gottesdienste bis Mitte April

Die Stadt Lage im Kreis Lippe hat nach hohen Corona-Infektionszahlen in einer Baptistengemeinde ein generelles Gottesdienstverbot bis zum 18. April beschlossen - also weit über Ostern hinaus.

Damit stellt sich Lage gegen die Staatskanzlei in Düsseldorf. Die hatte der Stadt verboten, alle Gottesdienste zu untersagen. Doch der Rat wollte dem nicht folgen. Mit deutlicher Mehrheit beschloss er am Freitag das Gottesdienstverbot für alle Glaubensrichtungen.

Es soll im Laufe der Woche per Allgemeinverfügung in Kraft gesetzt werden. Mit der Entscheidung will die Stadt Lage auch die erhitzten Gemüter in der Bevölkerung abkühlen.

Pfarrer will gegen Verbot vorgehen

Der Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde in Lage, Michael Karsten, ist verärgert über das städtische Verbot von Präsenzgottesdiensten. Dafür gebe es keine rechtliche Grundlage, kritisierte er am Montag. Der Pfarrer will jetzt Klage beim Verwaltungsgericht einreichen lassen.

Inzidenz in Lage bei 750

Der Inzidenzwert liegt in Lage bei rund 750 (Stand: 29.03.2021), nachdem sich mehr als 300 Gläubige der Baptistengemeinde mit dem Coronavirus infiziert hatten. Seither sind 1.100 Gemeindemitglieder in Quarantäne.

Stadt Lage überprüft Quarantäne

Diese werde vom Ordnungsamt auch überprüft, betonte die Stadt. Sie habe Hinweise bekommen, dass sich einzelne Gemeindemitglieder nicht daran halten. Wer erwischt werde, müsse mit einer Strafe von bis zu 25.000 Euro rechnen, so die Stadt.

Ostergottesdienste: Wie geht das? Lokalzeit Münsterland 24.03.2021 02:41 Min. Verfügbar bis 24.03.2022 WDR Von Andrea Walter

Stand: 29.03.2021, 20:12