Corona zwingt Feuerwehren zum Umdenken

Zwei Feuerwehrmänner sitzen in der Umkleidekabine auf dem Boden und halten ein Seil in der Hand.

Corona zwingt Feuerwehren zum Umdenken

Von Heiko Dolle

Die Corona-Krise sorgt bei vielen Feuerwehren zunehmend für Probleme. Gemeinsame Übungen und Teambesprechungen finden kaum noch oder gar nicht mehr statt.

Das überlebenswichtige Training der Abläufe zum Beispiel bei einem Brand muss immer häufiger ausfallen.

Eigentlich würde sich der komplette Löschzug Netphen einmal die Woche treffen - Einsätze besprechen, Geräte warten und Abläufe üben. Doch schon seit Monaten kommen nur Kleinstgruppen zusammen.

"Es sind maximal zehn Leute, um bei einer Durchseuchung die Infektionszahl möglichst gering zu halten“, erklärt der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Netphen, Sebastian Reh. Einige Helfer sehen sich nur noch zu Einsätzen.

Unterstützung für die Freiwilligen

Zwei Feuerwehrmänner kontrollieren eine Leiter

Kontrollen sind weiter möglich

Die Feuerwehren orientieren sich dabei an Vorgaben der Unfallversicherung. Das, was in kleinen Gruppen möglich ist, wird gemacht - wie die Kontrolle der Leitern oder der Rettungsseile.

Andere, nicht ganz so wichtige Aufgaben müssen warten oder anders organisiert werden. In Netphen übernimmt zum Glück der hauptamtliche Gerätewart die Kontrolle der Atemschutzgeräte.

Auch Jugendfeuerwehr eingeschränkt

Ein weiteres Problem ist die Jugendfeuerwehr. Aktuell dürfen nur ganz wenige die Gerätehäuser betreten, erklärt Reh: "Für uns natürlich ein herber Einschnitt im Moment."

Damit der Kontakt zu den Kindern nicht ganz verloren geht, werden T-Shirts bedruckt, "damit die Kinder noch mal mit der Feuerwehr in Verbindung kommen. Aber die Gefahr, dass wir uns das Virus in die Feuerwehrhäuser holen, ist momentan sehr hoch. Gerade bei den hohen Infektionszahlen“, warnt Reh.

Stand: 27.10.2020, 06:00