Wegen Corona: Ausgangsbeschränkungen in Lippe

Oberhausen: Eine Frau trägt vor einer Apotheke eine Mund- und Nasenmaske. Der erste Fall des Corona-Virus in Deutschland hat die Nachfrage nach Atemmasken in Apotheken stark erhöht.

Wegen Corona: Ausgangsbeschränkungen in Lippe

Nachdem der Inzidenzwert auf 311 gestiegen ist, gelten im Kreis Lippe ab Samstag Ausgangsbeschränkungen. Auch Minden-Lübbecke verschärft seine Maßnahmen.

Das Land NRW hat die verschärften Corona-Schutzmaßnahmen im Kreis Lippe genehmigt. Die Maßnahmen treten ab Samstag, 0 Uhr in Kraft und gelten so lange, bis die 7-Tage-Inzidenz wieder unter 200 gefallen ist.

"Ausgangssperre" ab 22 Uhr

Sie beinhalten unter anderem eine Ausgangsbeschränkung zwischen 22 und 6 Uhr, an Silvester und Neujahr gilt der Zeitraum von 3 bis 6 Uhr.

In der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch zwei Personen aus zwei Haushalten treffen, ausgenommen sind Familien. Erst, wenn der Inzidenzwert über 350 hinausgehen sollte, dürfen sich auch privat nur noch 5 Personen treffen.

Strenge Regeln für Gottesdienste und Schulen

In Gottesdiensten ist das Mitsingen untersagt, an den Sitzplätzen müssen Masken getragen werden. Zusätzlich müssen die Gemeinden ihre Hygienekonzepte überarbeiten, die zum Teil noch aus dem Sommer stammen und überholt sind.

In den Schulen Lippes werden die Schwimmbäder und Sporthallen geschlossen, 150 Meter rund um die Schulen gilt Maskenpflicht. Damit soll der Weg von der Bushaltestelle zur Schule sicherer werden.

Wechselunterricht an Schulen möglich

Die Schulleiterinnen und Schulleiter dürfen jetzt selbst entscheiden, ob sie in einem Hybridunterricht gehen – also in einen Unterricht, bei  dem ein Teil der Schülerinnen und Schüler von zu Hause, ein anderer Teil in der Klasse unterrichtet wird. Schüler der  3. und 4. Klassen müssen den Mund- und Nasenschutz tragen, wenn sie nicht am Sitzplatz sind und wenn sie an der Ganztagsbetreuung teilnehmen.

Vermutete Infektions-Treiber genannt

Im Interview mit dem WDR nannte der Landrat sowohl Großfamilien als auch freikirchliche Gottesdienste als Hauptverursacher der hohen Neuinfektionszahlen. So habe es unlängst einen Gottesdienst einer freikirchlichen Gemeinde in Detmold mit 165 Besuchern gegeben, nach dem 65 Besucher positiv getestet wurden.

Allein in Augustdorf, wo viele Großfamilien leben und es vier Freikirchen gibt, liegt der Inzidenzwert am Freitag bei 587. Gerade aus diesen Kreisen gebe es immer häufiger Zweifel an den Maßnahmen und wenig Beachtung der allgemeinen Schutzvorkehrungen, wie zum Beispiel das Maskentragen.

Das Kreisgesundheitsamt muss sich jetzt, anders als im Frühjahr,  mit positiv auf Covid-19 Getesteten auseinandersetzen, die die Testergebnisse und die Existenz des Virus überhaupt anzweifelten.

Verschärfte Corona-Regeln in Espelkamp

Weil auch der Kreis Minden-Lübbecke deutlich ansteigende Inzidenzwerte vezeichnet, besonders in der Stadt Espelkamp, gelten auch hier verschärfte Corona-Regeln, wie etwa eine Erweiterung der Maskenpflicht auf Grundschüler. Auch Gottesdienste sind nun verboten. Die Stimmung in Espelkamp beschreibt Bürgermeister Henning Vieker als "spürbar nervös".

Noch keine Ausgangsbeschränkungen in Minden-Lübbecke

Minden-Lübbeckes Landrätin Katharina Bölling sagte dem WDR, sie hätte sich für den Kreis eine "Ausgangssperre" gewünscht und darüber auch mit dem Landesgesundheitsministerium verhandelt. Das habe aber zunächst noch abgelehnt. Man werde erst abwarten, ob die anderen Maßnahmen griffen. Noch bleibt es also beim dringenden Appell, die Wohnung nur aus triftigen Gründen zu verlassen.

Stand: 11.12.2020, 16:11

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