Ärzte in Westfalen-Lippe: Höhere Impfquote nötig

ARD Extra über die Entscheidungen zu den geplanten Impfungen von Kindern und Jugendlichen.

Ärzte in Westfalen-Lippe: Höhere Impfquote nötig

Die Ärztekammer Westfalen-Lippe fordert noch mehr Überzeugungsarbeit, damit die Corona-Impfquote steigt. Die Corona-Entwicklung sei bedenklich, die nächsten Monate entscheidend.

Letztlich werde die Impfquote darüber entscheiden, wie stark die Kliniken mit Corona-Patienten belastet würden, sagte Ärztekammer-Präsident, Hans-Albert Gehle. Dabei warnte er vor einer Verschlechterung der Corona-Lage.

Bislang noch keine Operationen verschoben

 Prof. Hugo Van Aken (Vorstandsvorsitzender UKM) und Dr. Hans-Albert Gehle (ÄKWL) stehen vor einem der UKM-Gebäude

Ärztekammerpräsident (rechts) und Uniklinik-Chef sind besorgt

Noch müssten keine planbaren Operationen verschoben werden, obwohl die Zahl der Corona-Patienten stetig zunehme. Aber ausschließen könne man das für Herbst und Winter nicht, sagte Gehle auf einer gemeinsamen Pressekonferenz der Ärztekammer und der Uniklinik Münster am Donnerstag.

 Prof. Hugo Van Aken (Vorstandsvorsitzender UKM)

Van Aken warnt vor der Delta-Variante

Die Patienten auf den Intensivstationen werden immer jünger und gehören nur noch selten zu den identifizierten Risikogruppen, so die Ärztekammer. "Wir gehen davon aus, dass sich die Delta-Variante des SARS-CoV-2-Virus als noch letaler erweisen könnte als das Ursprungsvirus“, warnte der Chef der Uniklinik Münster, Hugo Van Aken.

Hohes Risiko für ungeimpfte Schwangere

Besonders ungeimpfte Schwangere machen den Ärzten derzeit große Sorgen. Sie haben laut Studien ein 23-fach erhöhtes Risiko, schwer an Corona zu erkranken. An der Uniklinik Münster schwebten den Angaben zufolge zwei Frauen und ihre ungeborenen Kinder zwischenzeitlich in Lebensgefahr, nur durch einen Kaiserschnitt hätten sie gerettet werden können.

Weiter Impfungen für Klinik-Personal

Hans-Albert Gehle, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, spricht während einer Pressekonferenz.

Kammerpräsident Gehle fodert dritte Impfung in Kliniken

Ärztekammerpräsident Gehle forderte, dass nun möglichst bald Auffrischimpfungen des Klinikpersonals vorgenommen werden müssten: "Ärzte und Pflegende sind sonst potentielle Überträger und können natürlich auch selbst erkranken, wenn auch mit leichteren Verläufen." Deswegen wünscht sich Uniklinik-Chef Van Aken eine 2G-Regelung für die Beschäftigten im Gesundheitswesen.

Stand: 09.09.2021, 15:53

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