CDU-Kandidatenkür: Merz siegt deutlich gegen Sensburg

CDU-Kandidatenkür: Merz siegt deutlich gegen Sensburg

Friedrich Merz ist von der CDU im Hochsauerlandkreis in einer Abstimmung zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl gewählt worden. Sein Sieg fiel deutlich aus.

Die CDU im Hochsauerlandkreis hat am Samstag in einem Sportstadion in Arnsberg-Hüsten ihren Kandidaten für die Bundestagswahl aufgestellt. Die Delegierten-Versammlung unter freiem Himmel in einem Fußballstadion im sauerländischen Arnsberg bestimmte Friedrich Merz zum CDU-Direktkandidaten im Wahlkreis 147. Das Nachsehen hatte der aktuelle CDU-Abgeordnete Patrick Sensburg. Merz erhielt 327 Stimmen, Sensburg 126 Stimmen.

Merz übt scharfe Kritik an CDU

Die beiden hatten zuvor in jeweils über 20-minütigen Reden um die Zustimmung der Delegierten geworben. Während Sensburg vor allem auf seine Tätigkeit für den Wahlkreis in den vergangenen knapp zwölf Jahren verwies, kritisierte Merz den Zustand seiner Partei. Er versprach den Delegierten, keinen "bequemen und angepassten Abgeordneten" zu bekommen.

Er habe sich bisher aus Rücksicht auf die Kanzlerin zurückgehalten, erklärte Merz. "Aber der Zustand unseres Landes ist kritisch, und die Existenz der CDU als Regierungspartei ist gefährdet." Die Union liege in Umfragen nur noch bei rund 30 Prozent, die CDU komme ohne die CSU sogar nur auf 25 Prozent. Es sei ein Fehler von ihm gewesen, nach der Niederlage gegen Armin Laschet im Rennen um den CDU-Vorsitz einen angebotenen Posten in der Parteiführung abgelehnt, sondern das Amt als Bundeswirtschaftsminister gefordert zu haben.

K-Frage schnell klären

Merz mahnte vor Journalisten eine schnelle Klärung der Kanzlerkandidatur-Frage zwischen Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU) an. Er nannte es "die schlechteste aller denkbaren Möglichkeiten, wenn es zu einer streitigen Abstimmung in der Bundestagsfraktion am nächsten Dienstag" komme. Er gehe davon aus, dass alle Beteiligten über das Wochenende miteinander redeten und es noch am Wochenende ein Ergebnis gebe. Merz bekräftigte, dass er Laschet unterstütze.

Thematisch gar nicht weit auseinander

Politisch liegen Merz und Sensburg nicht allzu weit auseinander. Ihre Schwerpunkte liegen im Hochsauerland, sagen sie: in Themen wie zum Beispiel Wirtschaft, Digitalisierung und Infrastruktur auf Straße und Schiene. Beide mussten sich innerhalb des heimischen Kreisverbandes aber auch schon vorwerfen lassen, zu sehr auf Berlin fixiert bzw. nur an Berlin interessiert zu sein.

Merz von Söders "Strategiewechsel überrascht"

WDR 5 Morgenecho - Interview 17.04.2021 05:43 Min. Verfügbar bis 17.04.2022 WDR 5


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Stand: 17.04.2021, 15:22

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