Caritas sorgt sich um Werkvertragsarbeiter in Fleischbranche

Schlachthof-Unterkunkt: kleines Zimmer mit zwei Betten

Caritas sorgt sich um Werkvertragsarbeiter in Fleischbranche

  • Corona-Quarantäne verschlimmere Situation
  • "Menschen hausen aufeinander"
  • Caritas hat Sorge um die Kinder

Der Caritasverband im Kreis Gütersloh macht auf die schwierige Lage der Familien von Werkvertragsarbeitern in der Schlachtindustrie aufmerksam. "Die Menschen hausen aufeinander, dicht an dicht in kleinsten Wohnungen. Wir machen uns große Sorgen, dass die Kinder Schaden nehmen", sagte Vorstand Volker Brüggenjürgen am Donnerstag (02.07.2020) im WDR Morgenecho.

Quarantäne verschlimmere Situation

Menschen stehen vor einem Wohnhaus hinter einem Zaun

Der Caritasverband kennt die Verhätnisse. Er betreut bulgarische und rumänische Werkvertragsarbeiter in der Region mit verschiedenen Beratungsangeboten. Viele Arbeiter sind in Quaratäne, wie zum Beispiel Werkvertragsarbeiter, die beim Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gearbeitet haben. Das mache die Situation noch angespannter. Die Familien leben somit sehr dicht aufeinander.

Arbeitskräfte würden maximal ausgebeutet

Arbeitskräfte kämen in der Hoffnung nach Deutschland, hier mehr Geld zu verdienen als in ihren Herkunftsländern und würden maximal ausgebeutet. Die Integration bleibe auf der Strecke, in vielen Familien gebe es Gewalt, Suchtmittelmissbrauch und Übergriffe bis hin zur Kindeswohlgefährdung.

Corona-Hotspot Fleischindustrie: Wie schaffen wir endlich den Systemwechsel? Presseclub 28.06.2020 57:06 Min. UT Verfügbar bis 28.06.2021 Das Erste

Beschäftigungsverhältnisse müssen sich ändern

Die Caritas fordert nach eigenen Angaben seit Jahren, dass das komplizierte Beschäftigungs-Konstrukt als Sub-Sub-Subunternehmertum aufhören müsse. So könnten sich laut dem Caritas-Vorstand im Kreis Gütersloh auch die Wohn- und Arbeitsbedingungen verbessern.

Infektionsrisiko in Schlachtbetrieben nicht überraschend

Für die Caritas ist es keine Überraschung, dass das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus in den Schlachtbetrieben so groß ist: "Wir wissen, wie die Menschen in sehr beengten Wohnverhältnissen leben, wie sie in die Betriebe gekarrt werden, wie sie dort dicht an dicht arbeiten und wie sie gemeinsam in der Kantine essen."

Fleischindustrie-Arbeiter: "Leben in Parallelgesellschaft"

WDR 5 Morgenecho - Interview 02.07.2020 06:24 Min. Verfügbar bis 02.07.2021 WDR 5

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Stand: 02.07.2020, 11:46