Giftiger Staub in US-Depot in Dülmen: Keine weiteren Konsequenzen

Giftiger Staub in US-Depot in Dülmen: Keine weiteren Konsequenzen

  • Erhöhte Cadmium-Werte nachgewiesen
  • US-Army und Bezirksregierung sehen keinen Handlungsbedarf
  • Gewerkschaft befürchtet Gesundheitsgefahr

Im Streit um die Cadmium-Belastung von Mitarbeitern des US-Depots Tower-Barracks in Dülmen hat sich am Freitag (19.10.2018) auch die US-Army geäußert. Sie sieht darin keine Gefahr für Mensch und Umwelt. Das neue Untersuchungs-Ergebnis unterscheide sich nicht von früheren Tests, so eine Sprecherin. Die Cadmium-Werte, die ein Umweltlabor in Staubproben aus dem Depot gemessen habe, lägen innerhalb der "normalen Grenzen".

DGB sieht Gesundheitsgefahr

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Dülmen reagierte mit Unverständnis. Er vertritt mehrere betroffene Mitarbeiter der Tower Barracks. Bei den aktuellen Untersuchungs-Ergebnissen liege der Cadmium-Anteil im Staub bei 25 Prozent - und sei damit stark gesundheitsschädlich.

Ergebnisse "nicht belastbar"

Bereits am Donnerstag (19.10.2018) hatte die Bezirksregierung Münster mitgeteilt, dass sie keinen weiteren Handlungsbedarf sieht. Die Bezirksregierung argumentierte, es sei völlig unklar, wann und unter welchen Umständen die Proben genommen worden seien. Daher böten die Ergebnisse keinen belastbaren Beweis.

Proben heimlich genommen

Ein inzwischen gekündigter Mitarbeiter hatte die Staubproben an seinem Arbeitsplatz heimlich genommen und untersuchen lassen. Das Gelsenkirchener Hygiene-Institut fand in dem Staub bis zu 30 Prozent krebserregendes Cadmium. Auch Schwermetalle wie Nickel, Zink und Chrom wurden gefunden.

Angestellte mussten giften Staub beseitigen

Der gesundheitsschädliche Staub lag auf den Maschinen, die Zivilangestellte des Depots reinigen mussten. Es habe dabei keinerlei Schutzeinrichtungen für die Arbeiter gegeben, so der ehemalige Mitarbeiter, der gegen seine Kündigung klagt.

Stand: 19.10.2018, 17:09

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