Initiator der Skulptur-Projekte ist tot

Porträt eines Mannes

Initiator der Skulptur-Projekte ist tot

  • Vorkämpfer der modernen Kunst
  • Ausstellungen trotz Widerstands
  • Zweifacher Biennale-Gewinner

Der Kunsthistoriker und ehemalige Direktor des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster, Klaus Bußmann, ist tot. Bußmann hat unter anderem die Skulptur-Projekte ins Leben gerufen. Er verstarb am Samstag (27.04.2019) im Alter von 77 Jahren nach schwerer Krankheit in Münster. Das teilte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe am Montag (29.04.2019) mit.

Skulpturen am Aasee in Münster

Die "Giant Pool Balls" wurden für die ersten Skulptur-Projekte geschaffen

Die Skulptur-Projekte, die Bußmann gemeinsam mit dem Kurator Kaspar König 1977 gegründet hatte, riefen zunächst Proteste aus der Bevölkerung hervor, die sich mit der modernen Kunst im öffentlichen Raum schwer tat. Trotz des Widerstands hatte die Schau Erfolg, findet seither alle zehn Jahre statt und gehört inzwischen zu den wichtigsten Skulpturen-Ausstellungen der Welt.

"Mutig und provokant"

"Bußmann hat das Museum und die gesamte Stadt aufgeweckt, indem er mutig, provokant und voller Überzeugungskraft die Bürgerschaft mit zeitgenössischer Kunst konfrontiert hat", so der heutige Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold. Ohne Bußmann hätte sich Münster in der internationalen Kunstszene nicht so etablieren können, sagt der jetzige Museumsleiter, Hermann Arnhold.

Als Direktor des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Münster war Bußmann außerdem für erfolgreiche Ausstellungen etwa über Eduardo Chillida, August Macke oder Johann Conrad Schlaun verantwortlich. 1990 und 1993 war er außerdem Kurator des Deutschen Pavillons der Biennale von Venedig und gewann in beiden Jahren den Goldenen Löwen. Bußmann war Träger des Preises des deutschen Kritikerverbandes, der Paulus-Plakette der Stadt Münster (1993) und des Bundesverdienstkreuzes am Bande.

Stand: 30.04.2019, 07:12