Burbach-Prozess: Siegerlandhalle als Gerichtssaal

Burbach-Prozess: Siegerlandhalle als Gerichtssaal

Von Wolfgang Schneider

  • Auftakt im Burbach-Prozess
  • Verhandlung in Siegerlandhalle gegen 30 Angeklagte
  • Logistisches Neuland für Justiz

Aus Platzgründen startet der Prozess um die Misshandlung von Flüchtlingen in der Notaufnahmeeinrichtung in Burbach am Donnerstag (08.11.2018) nicht im Landgericht Siegen, sondern in der Siegerlandhalle.

Ein großer Saal im Veranstaltungszentrum war am Mittwoch (07.11.2018) zu diesem Zweck zu einem Gerichtssaal umgebaut worden. Die Säle des Landgerichts sind zu klein für den Mammut-Prozess mit 30 Angeklagten. Zwei weitere Angeklagte sind so erkrankt, dass sie sich möglicherweise in einem späteren Prozess verantworten müssen.

Großes Medieninteresse

Im Hüttensaal der Siegerlandhalle wurden am Mittwochnachmittag Stühle und Tische gerückt. Für die Richter und Schöffen der Ersten Großen Strafkammer muss ebenso Platz sein wie für die Angeklagten und ihre Verteidiger. Etwa 100 Plätze gibt es im Zuhörerbereich. Außerdem haben sich fast 50 Medienvertreter für den Prozessauftakt des sogenannten Burbach-Skandals angemeldet.

Sicherheitsschleuse eingerichtet

Vor dem Eingang zum Sitzungssaal wurde eigens eine Sicherheitsschleuse aufgebaut, wie man sie aus dem Landgericht kennt. "Die Sicherheitsstrukturen, der Einsatz von Wachtmeistern außerhalb unseres Gerichtsgebäudes - das alles muss organisiert werden", erklärte Landgerichtssprecher Sebastian Merk den logistischen Aufwand.

Übergriffe gegen Flüchtlinge

Undatierte Handout der Polizei: Zwei Sicherheitsleute, die in der ehemaligen Siegerland-Kaserne in Burbach einen am Boden liegenden Flüchtling misshandeln

Von der Polizei herausgegebenes Handy-Foto

Die Vorfälle in der Flüchtlingsunterkunft im südlichen Siegerland hatten im Herbst 2014 international für Schlagzeilen gesorgt. Durch Handyfotos und ein Video waren die Übergriffe gegen Flüchtlinge öffentlich geworden.

Laut Anklage sollen Bewohner bei Verstößen gegen die Hausordnung in einem sogenannten Problemzimmer eingesperrt und dort teilweise misshandelt worden sein.

Stand: 08.11.2018, 07:20