Bundestagswahl 2021: So hat OWL gewählt

Hier fassen wir die Ergebnisse der Bundestagswahl 2021 in den sieben Wahlkreisen in Ostwestfalen-Lippe zusammen.

Die CDU wollte sieben von sieben Wahlkreisen gewinnen - nach dieser mutigen Prognose vor wenigen Wochen steht sie jetzt als Verlierer da.

SPD holt vier von sieben Direktmandaten in OWL

Nur der Süden und der Westen blieben schwarz, mit Höxter, Paderborn und Gütersloh. In Minden-Lübbecke, Herford, Bielefeld und Lippe stellt die SPD zumeist mit großen Abstand den Wahlsieger. Drittstärkste Kraft in OWL sind die Grünen - in Bielefeld schafften sie fast 22 Prozent. Die FDP lag in OWL fast überall bei elf bis zwölf Prozent, die AfD unter zehn und die Linke unter fünf Prozent.

Auftrag erteilt – Aber an wen? WDR 5 Tagesgespräch 27.09.2021 46:21 Min. Verfügbar bis 27.09.2022 WDR 5

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Mehr Abgeordnete aus OWL im Bundestag

Im kommenden Bundestag wird sich die Zahl der hiesigen Abgeordneten leicht erhöhen. Bisher vertraten die Region 13 Männer und Frauen. In Zukunft sind es 15. Zu den sieben Direktkandidaten kommen sechs weitere, die über die Landeslisten einziehen werden.

Darunter ist der Espelkamper Oliver Vogt für die CDU. Auch Kerstin Vieregge aus Lippe schafft den Einzug über die Liste. Anders als Elvan Kormaz-Emre bei den Sozialdemokraten und Udo Hemmelgarn bei der AfD. Die Grünen können sich über Mandate für Britta Hasselmann, Robin Wagener und die Schahina Gambir freuen. Die FDP schickt über die Liste Frank Schäffler, Christian Sauter und Jens Teutrine.

Merz (CDU): "Haben Themen nicht gut bespielt" WDR 5 Morgenecho - Interview 27.09.2021 06:21 Min. Verfügbar bis 27.09.2022 WDR 5

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Lippe: CDU-Kandidatin Vieregge verliert Direktmandat

Am spannendsten war es - wie zu erwarten - in Lippe I. Dort führte SPD-Kandidat Jürgen Berghahn lange nur knapp vor Christdemokratin Kerstin Vieregge. Inzwischen hat sie ihr Direktmandat verloren und ihre Niederlage eingestanden. Sie verlor zehn Prozentpunkte bei den Erststimmen im Vergleich zur Wahl 2017. Am Schluss lag sie bei rund 26 Prozent, Herausforderer Berghahn bei knapp 30,6 Prozent. Auch bei den Zweitstimmen verlor die CDU in Lippe fast neun Prozentpunkte.

CDU in Gütersloh I und Höxter stärkste Kraft

Die Wahlkreise Gütersloh l und Höxter-Gütersloh III-Lippe II bleiben klar in Hand der CDU. Der Fraktionsvorsitzende im Bundestag Ralph Brinkhaus liegt in seinem Heimat-Wahlkreis Gütersloh mit 40 Prozent der Erststimmen klar vor Herausforderin Elvan Korkmaz-Emre mit rund 26 Prozent. Damit liegt Brinkhaus knapp 7 Prozentpunkte hinter seinem Ergebnis von 2017.

Christian Haase von der CDU holte mit 40,09 Prozent wieder das Direktmandat für den Wahlkreis Höxter-Gütersloh III-Lippe II. Er liegt mit einem Abstand von rund 12 Prozentpunkten vor SPD-Kandidat Ulrich Kros. "Ich nehme das als starken Rückenwind für den ländlichen Raum und die kommunalen Fragen, die ich in Berlin vertrete", sagte Haase und versprach, diese im kommenden Jahr noch mehr in den Mittelpunkt zu stellen.

Wahl2021: Deutschland wählt phoenix vor ort 26.09.2021 02:00:23 Std. Verfügbar bis 26.09.2026 Phoenix

CDU auch deutlicher Gewinner in Paderborn

Im Wahlkreis Paderborn liegt Carsten Linnemann (CDU) mit 47,8 Prozent klar vor Burkhard Blienert von der SPD. Trotzdem ist die Stimmung bei Linnemann angesichts des Abschneidens der CDU auf Bundesebene schlecht: "Das Bundesergebnis ist ein Schlag in die Magengegend. Das ist schon kein schöner Tag für meine Partei und ich mag auch nicht, wenn man das schön redet, sondern man muss das einfach aussprechen." Auch Linnemann musste Federn lassen: Bei der Wahl 2017 holte er noch 53,3 Prozent.

SPD-Direktkandidatin in Bielefeld vorne

In Bielefeld verteidigt Wiebke Esdar von der SPD ihr Direktmandat, der Abstand zu den Mitbewerberinnen Angelika Westerwelle von der CDU und Britta Haßelmann von den Grünen ist deutlich. Am Ende des Wahlabends lagen CDU- und die Grünen-Kandidatin bei rund 22 Prozent, Wiebke Esdar aber bei knapp 30. Sie holte bereits bei der vergangenen Wahl das Direktmandat.

Wiebke Esdar (SPD) und ihr Mann Veith Lemmen verfolgen die Wahl in Bielefeld. | Bildquelle: WDR/Silke Tornede

Ausbauen konnte sie ihre Ergebnisse nicht, was zum großen Teil wohl an dem guten Ergebnis der Grünen lag. 2017 holte Britta Hasselmann weniger als 10 Prozent, jetzt waren es rund 22 Prozent. "Wir hatten erstmals die Situation, dass sich auch die Grünen sehr offensiv um die Erststimme bemüht haben und deswegen freut es mich jetzt, dass es so deutlich geworden ist", kommentierte Esdar in Bielefeld.

SPD gewinnt in Minden-Lübbecke und Herford

Gute Stimmung im Kreishaus in Minden: Die Direktkandidaten (v.l.) Dr. Oliver Vogt (CDU) und Achim Post (SPD). | Bildquelle: WDR/Sonja Engelke

Im Wahlkreis Minden-Lübbecke I liegt der SPD-Kandidat Achim Post mit rund 38 Prozent der Stimmen, und damit mehr als 12 Prozentpunkten, klar vor seinem Konkurrenten Oliver Vogt. Auch bei den Zweitstimmen liegt die SPD deutlich vor der CDU. "Die SPD ist ein großer Gewinner dieser Wahl, wir werden deutlich zulegen", freut sich Achim Post. Die CDU habe, egal wie es ausgeht, einen großen Vertrauensverlust erlitten.

CDU-Kontrahent Joachim Ebmeyer gratuliert Wahlsieger Stefan Schwartze. | Bildquelle: WDR/ Brökel

Nach dem Erststimmenkrimi im Wahlkreis Herford-Minden-Lübbecke Il von 2017, bei dem sich der Industriemechaniker Stefan Schwarzte nur mit 0,9 Prozentpunkten gegen den CDU-Kandidaten durchsetzen konnte, war es diemal ein deutlicher Sieg. Um 10 Prozentpunkte konnte der SPD-Bezirkschef Schwarze seinen CDU-Kontrahenten Joachim Ebmeyer aus Enger hinter sich lassen. Auch bei den Zweitstimmen liegt die SPD mit über 31 Prozent vorne und übertrifft damit sogar das bundesweite Ergebnis der Sozialdemokraten. Schwartze freut sich über sein gutes Ergebnis: "Der Trend hat natürlich dieses Mal geholfen, das war wirklich ein Wahlkampf mit Rückenwind."