Uralter Baum in Lemgo identifiziert

Myrobalane in Lemgo

Uralter Baum in Lemgo identifiziert

  • Uralter Baum ist eine Myrobalane
  • Exot aus Mittelasien
  • Schon vor 100 Jahren gepflanzt

Seit über 100 Jahren steht der acht Meter hohe Baum auf einer Streuobstwiese in Lemgo. Trotzdem war bisher unklar, um welche Obstsorte es sich handelt. Eine Obstfachfrau hat die saftigen und süßen Früchte nun untersucht, die so groß sind wie ein Tischtennisball.

Lemgoer Myrobalane hat besonders große Früchte

Am Montag (22.07.2019) wurde bekannt: "Bei dem alten Baum handelt es sich um eine Myrobalane. Das Lemgoer Exemplar trägt überdurchschnittlich große Früchte", erklärt Obst-Expertin Annete Braun-Lüllemann. Der Frühblüher wird manchmal auch als Kirschpflaume oder Türkenkirsche bezeichnet. In Ostwestfalen-Lippe ist die Baumart äußerst selten; sie stammt aus Mittelasien.

Myrobalane hat sich zu einem Koloss entwickelt

Die Myrobalane hat sich über die Jahre auf einer Fläche von 40 Metern ausgedehnt, acht Meter ist sie hoch. Naturschützer vermuten, dass der Baum vor vielen Jahren auseinander gebrochen ist, woraufhin seine Äste in den Boden eingedrungen sind und neue Wurzeln gebildet haben.

Mitglieder des BUND Lemgo hatten die Früchte seit Jahren genutzt, um daraus Marmelade herzustellen. "Wir sind froh, dass das Geheimnis des Baumes nun gelüftet ist, und hoffen, dass er noch lange erhalten bleibt", so Willi Hennebrüder, Sprecher der lokalen Umweltschützer.

Fachleute: Baum wohl schon Ende des 19. Jahrhunderts gepflanzt

Die Streuobstwiese und der Baum waren vor langer Zeit Teil des Parks von Schloss Brake in Lemgo. Deshalb vermutet der BUND, dass die Myrobalane möglicherweise schon von einem Gärtner des Lippischen Fürstenhauses gepflanzt worden ist.

Stand: 22.07.2019, 17:00