Kein neuer Bücherbus im Kreis Soest

Kein neuer Bücherbus im Kreis Soest

Von Michael Dittrich

  • Große Mehrheit gegen Bücherbus
  • Verein: Keine neue Ideen zur Leseförderung von Kreisseite
  • Grüne bemängeln Falschaussage bei Wahlunterlagen

Im Kreis Soest hat eine große Mehrheit gegen eine neue Kreisfahrbücherei gestimmt. 35.210 Wahlberechtigte waren dagegen, 19.012 dafür. Damit wird es keinen neuen Bücherbus für das Kreisgebiet geben. 250.000 Wahlberechtigte waren zur Briefwahl aufgefordert.

Initiatoren kämpferisch

Eine Frau und ein Mann lächeln in die Kamera.

Die Intiatoren des Bürgerentscheids: Margarete Schulte und Thomas Reimann

Der Verein RobinBook als Initiator des Bürgerentscheids bedauert die Entscheidung. "Wenigstens haben sich viele Menschen im Kreis Soest über Leseförderung und mit den mit Literatur unterversorgten Dörfern Gedanken gemacht", sagt der Initiator Thomas Reimann.

Jetzt müssten die Gegner des Bücherbusses, die großen Parteien CDU und SPD, bessere Lösungen vorschlagen für eine Leseförderung vor allem junger Menschen.

"Bücherbus ungeeignet"

Auch Wilfried Jäger von der SPD und Gegner des Bücherbusses sieht den Kreis in der Verantwortung. Man sei in einem Arbeitskreis gerade erst bei der Analyse, wo der Hebel am besten anzusetzen sei.

Vor allem Menschen in den sogenannten Brennpunkten der Städte hätten deutlich mehr Bedarf an Leseförderung als Menschen in den Dörfern. Dafür brauche man aber keinen Bücherbus.

Nach dem gescheiterten Bürgerentscheid spart der Kreis Soest zunächst viel Geld. Ein neuer Bus hätte wenigstens 330.000 Euro gekostet. Die Betriebskosten wären jedes Jahr fast genauso hoch.

Scharfe Kritik von den Grünen

Bündnis90/Die Grünen bezeichneten es als Skandal, dass in dem Begleitschreiben zur Briefwahl des Kreises ein zu hoher Preis für einen neuen Bücherbus genannt wurde. Der hätte nämlich wegen hoher Fördermittel des Landes bei weitem nicht 500.000 Euro gekostet. Das hätten die Verantwortlichen auch gewusst.

Stand: 17.09.2018, 20:53