Ein Leben für Gott in der Abtei Königsmünster

Abtei Königsmünster

Ein Leben für Gott in der Abtei Königsmünster

  • Ewiges Gelübde in Mescheder Abtei Königsmünster
  • Zwei Männer stellen ihr Leben in den Dienst Gottes
  • Im Interview erzählen sie über ihre Beweggründe

Bruder Remigius (28 Jahre) und Bruder Bonifatius (42 Jahre) haben am Sonntag (13.01.2019) in der Abtei Königsmünster ihre "Feierliche Profess" abgelegt - das Ewige Gelübde. Damit geloben sie, ihr ganzes Leben nach der Regel des Heiligen Benedikt in der Abtei in Meschede zu leben.

Viereinhalb Jahre hatten der Benediktinerorden und sie Zeit, sich auf die Zeremonie vorzubereiten. Wir haben Bruder Remigius und Bruder Bonifatius zum Interview getroffen.

WDR: Wie haben Sie die Professfeier empfunden?

Ein Mann mit Brille lächelt

Bruder Remigius

Bruder Remigius: "Man ist jetzt auf Lebenszeit hier. Ich habe ja gesagt zu der Gemeinschaft. Und die Gemeinschaft hat ja gesagt zu mir. Das ist mir wichtig. Beide Seiten haben sich für den anderen ausgesprochen. Ich glaube, es ist gut, den Augenblick im Leben zu genießen. Das war so ein Augenblick. Ein besonderer und bewegender Augenblick, den man nie vergisst."

Manuel Stuhlmüller nahm bei seinem Eintritt in den Benediktinerorden den Namen Bruder Remigius an. Der 28-Jährige stammt aus Remscheid und ist gelernter Industriekaufmann. In der Abtei Königsmünster arbeitet er in der Verwaltung und ist für den Fuhrpark verantwortlich.

Bruder Bonifatius: "Das sind pure Glücksgefühle. Es war ein sehr schöner Tag. Er war nicht körperlich anstrengend, aber emotional anstrengend. Ich habe mich über die Besucher gefreut und über die Professfeier. Es wird einem dann so richtig klar: Das ist jetzt eine Bindung auf Lebenszeit. Es ist auf jeden Fall so etwas wie: Jetzt habe ich es geschafft. Es ist meine feierliche Profess. Es ist ein Wegpunkt."

"Mehr als ein Versprechen"

Bruder Remigius: "Es ist eine Bindung, die man eingeht. Eine Bindung erfordert gegenseitige Verlässlichkeit. Das ist viel mehr als nur ein Versprechen. Das hat mehr Tiefgang. Das ist so viel mehr als ein Versprechen."

Bruder Bonifatius: "Es gibt doch diesen Spruch 'Verliebt, verlobt, verheiratet'. Und jetzt bin ich eben verheiratet. Ich bin in festen Händen."

Carsten Hilbrich nahm bei seinem Eintritt in den Benediktinerorden den Namen Bruder Bonifatius an. Der 42-Jährige stammt aus Plettenberg und ist examinierter Alten- und Krankenpfleger. In der Abtei Königsmünster ist er verantwortlich für die Sakristei und kümmert sich um die alten und kranken Mönche.

WDR: Was hat Sie bewogen, ins Kloster zu gehen?

Ein Mann mit Brille

Bruder Bonifatius

Bruder Bonifatius: "Ich bereue es, nicht schon früher auf meine innere Stimme gehört zu haben. Ich bin von Hause aus katholisch geprägt. Ich war elf Jahre Messdiener, habe in meiner Heimatgemeinde in Plettenberg immer dem Gemeindepfarrer geholfen. Dann habe ich meine Ausbildung zum Alten- und Krankenpfleger gemacht, habe 15 Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Und habe immer gedacht, das kann doch noch nicht alles gewesen sein."

Bruder Remigius: "Ich komme aus einer religiösen Familie und wollte als Kind schon Priester werden. Meine Großmutter war sehr fromm, ehrlich fromm. Da bekommt man einfach viel mit. Und irgendwann war der Wunsch so groß, es einfach auszuprobieren. Es auszuprobieren, ob ein Kloster ein Lebensort für mich sein könnte. Und ob diese Lebensform meiner Berufung entspricht."

WDR: Mit dem Leben als Ordensbruder verzichten Sie auf eine eigene Familie, auf eine Partnerschaft. Sie leben mit dem Zölibat. Wie schwer ist es, auf so viel zu verzichten?

Spaziergang: Von der Abtei Königsmünster zur Klausenkapelle in Meschede

Die Abtei Königsmünster

Bruder Remigius: "Für mich ist es gut lebbar. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Natürlich denke ich manchmal, wie es wohl wäre mit Frau und Kindern. Aber ich habe mich ganz bewusst für diese Lebensform entschieden, in der Gott im Mittelpunkt steht. Daraufhin richte ich mich aus und dem schenke ich meine ganze Kraft."

Bruder Bonifatius: "Mir ist das Leben hier nie schwergefallen. Am Anfang, als ich immer nur für einige Zeit hier war und zwischendurch nach Hause gefahren bin, bin ich immer mit Tränen nach Hause gefahren. Ich wollte hier nicht weg. Ich wollte hier in der Abtei bleiben."

WDR: Als Ordensbruder tragen Sie Ordensnamen. Welche Bedeutung hat dieser Name für Sie?

Bruder Remigius: "Der Bruder meines Großvaters hieß Remigius. Und in unserer Familie gab es eine Nonne, Schwester Remigia. So lag der Name nahe. Und heute sagt keiner in meiner Familie noch Manuel zu mir - mein eigentlicher Vorname. Jeder sagt Remigius, oft auch im Freundeskreis. Ich komme manchmal durcheinander. Zum Beispiel, wenn ich einen neuen Pass oder so etwas brauche. Dann muss ich ja mit meinem Geburtsnamen unterschreiben. Auf den reagiere ich kaum noch."

Bruder Bonifatius: "Ich hatte mehrere Ordensnamen zur Auswahl und habe mich dann für Bonifatius entschieden, auch weil meine Heimatgemeinde in Plettenberg so heißt und der Pfarrer dort mich sehr geprägt hat."

Das Interview führte Katja Brinkhoff.

Stand: 15.01.2019, 11:42