Das Ausfahrt-Schild Lüdenscheid Nord an der A45. Im Hintergrund sieht man den Verkehr, der ab hier von der Autobahn geleitet wird.

A45-Sperrung: Wird Südwestfalen vom Verkehr abgeschnitten?

Stand: 21.01.2022, 07:40 Uhr

Beim WDR 5 Stadtgespräch haben Anwohner, Wirtschaftsvertreter, Politiker und Autobahn Westfalen über die Sperrung der A45 diskutiert. Dabei wurden viele Probleme angesprochen, die Suche nach Lösungen ist aber schwierig. Am Ende blieb Ernüchterung.

Seit dem 3. Dezember herrscht in Lüdenscheid Dauerstau. Grund ist die gesperrte Rahmedetalbrücke auf der A45. Seitdem fahren jeden Tag mehr als 20.000 zusätzliche Fahrzeuge durch Lüdenscheid. Konsequenz: Die Straßen sind verstopft und die Lüdenscheider zunehmend genervt.

Verkehrsituation frustriert Anwohner und Unternehmen

Portrait von Dirk Seyffarth

Dirk Seyffarth wohnt in der Nähe der A45

Dirk Seyffarth wohnt in der Nähe der gesperrten Autobahnbrücke. Der Verkehr, der eigentlich über die A45 laufen sollte, schlängelt sich jetzt auch durch das Wohngebiet von Seyffarth.

"Mittlerweile muss man wirklich überlegen, um wie viel Uhr man losfährt. Alles dauert länger." Dirk Seyffarth, Anwohner
  Portrait Caspar Overbeck

Caspar Overbeck ist Unternehmer und von der Sperrung betroffen

Das erhöhte Verkehrsaufkommen in der Stadt frustriert auch Unternehmer. Caspar Overbeck ist Geschäftsführer bei der Firma Lienkämper. Durch die Sperrung der A45 brauchen einige seiner Angestellten länger zur Arbeit.

"Wir haben Mitarbeiter aus Hemer und Neuenrade, die überlegen, ob sie sich einen anderen Arbeitgeber suchen." Caspar Overbeck, Geschäftsführer Firma Lienkämper

Die Probleme in und um Lüdenscheid sind vielfältig. Waren können nicht geliefert werden, Geschäfte haben weniger Kunden. Auch der Lärm und die gesperrte Bahnstrecke nach Hagen sorgen für Frust.

Neubau wird ein jahrelanges Projekt

  Interviewer hält jemandem das Mikro hin

Jeder konnte sich am Stadtgespräch beteiligen

Eine schnelle Lösung der Probleme ist nicht in Sicht. Bis die neue Rahmedetalbrücke steht, wird es Jahre dauern. Die ersten Schritte für den Neubau seien eingeleitet, erzählt Elfriede Sauerwein-Braksiek, die Leiterin von Autobahn Westfalen. Aber man starte bei Null und brauche Zeit zur Planung.

Außerdem müsse man sich beim Bau der Brücke an rechtliche Regeln halten. "Sonst könnte es passieren, dass das Verfahren gestoppt wird und länger dauert“, so Sauerwein-Braksiek weiter.

Schwierige Suche nach Lösungsansätzen

Auf die Frage, wie die Situation für Anwohner und Unternehmen in und um Lüdenscheid verbessert werden kann, gab es auch beim Stadtgespräch keine Antwort. "Das war wenig Konkretes. Ich bin ein bisschen enttäuscht", so das Fazit von Dirk Seyffarth.

Auch bei Caspar Overbeck blieben viele Fragen offen: "Wir dürfen nicht immer sagen: 'Dafür ist ein anderer zuständig!' Wir müssen das Problem anpacken."