Brückensperrung: Freizeiteinrichtungen ohne Besucher

04:04 Min. Verfügbar bis 21.01.2023

Brückensperrung: Freizeiteinrichtungen ohne Besucher

Stand: 21.01.2022, 10:25 Uhr

Die Phänomenta und das SIKU-Modellauto Museum in Lüdenscheid warten oft vergeblich auf Besucher. Es gibt Tage, an denen kein einziger kommt. Auch im Freizeitbad Aquamagis in Plettenberg gibt es deutlich mehr Liegen, Becken und Rutschen als Besucher. Das geht jetzt schon seit sechs Wochen so. Seit die Rahmedetalbrücke gesperrt ist und es in den Verkehrsnachrichten heißt: „Umfahren Sie Lüdenscheid weiträumig!“

Das Becken mit den Sprungtürmen und das Wellenbad sind unberührt, in der glatten Wasseroberfläche kann man sich spiegeln. Erst als die Brandung – wie jede halbe Stunde – automatisch erzeugt wird, hüpft ein Pärchen durch die Wellen.

Leeres Aquamagis Plettenberg

Der Kinderbereich im Aqua Magis ist fast leer.

Eine Familie mit einem kleinen Mädchen, das noch Schwimmwindeln trägt, hat den Kleinkinderbereich für sich. Eine weitere Familie hat freie Auswahl bei den Rutschen. Die drei sind hier alleine. Und im Sportbecken zieht eine einzige Erwachsene ihre Bahnen.

Freizeiteinrichtungen leiden unter Besuchereinbruch

Allein 3.000 Euro Heizkosten hat das Aquamagis – pro Tag. Und gleichzeitig 70 Prozent weniger zahlende Besucher. Der Geschäftsführer ist ratlos, wie lange das so weiter gehen kann.

Phänomenta, SIKU-Modellauto Museum, Aquamagis

In der Phänomenta wird aktuell wenig experimentiert.

Mit der Brückensperrung kam auch in der Phänomenta eine Welle von Stornierungen. Schulklassen haben ihren Besuch in Lüdenscheid abgesagt. Seitdem ist es gespenstisch ruhig in der Mitmach-Ausstellung. Alle zwölf Beschäftigten sind in Kurzarbeit. Das private Museum nun erstmals montags geschlossen.

Phänomenta, SIKU-Modellauto Museum, Aquamagis

Nichts los im SIKU Modellauto-Museum.

In der SIKU-Modellwelt gibt es eine unternehmungslustige Reisegruppe, die mit dem Bus unterwegs ist. Allerdings nur als Spielzeug in einer der Vitrinen. Lebendige Besucher kommen kaum noch hierher. Dabei hatten sich die Gästezahlen nach dem Corona-Lockdown gerade wieder ein bisschen erholt. 

Die Verkehrssituation ist schuld

Es sind vor allem die Gäste aus dem Ruhrgebiet, die fehlen. Wer hat schon Lust, sich für einen Schwimmbad- oder Museumsbesuch in den Stau zu stellen. Zumal es reichlich Alternativen gibt, für die man nicht über die A45 fahren muss.

Stau auf der A45 bei Lüdenscheid

Stau auf der A45 bei Lüdenscheid.

Profitieren könnte die Dechenhöhle in Iserlohn. Wer vom Ruhrgebiet aus gerne eine Tropfsteinhöhle besuchen möchte, fährt nun vielleicht nicht mehr bis Attendorn, sondern bleibt lieber nördlich der Brückensperrung.

Einige Freizeiteinrichtungen an der Sauerlandlinie wollen jetzt verstärkt dafür werben, dass die Region durchaus noch gut zu erreichen ist. Zumindest an den Wochenenden, an denen die Umleitungsstrecken nicht von Lkw verstopft werden.