Brandzeichen für Pferde nicht mehr erlaubt

Brandzeichen für Pferde nicht mehr erlaubt

Von Markus Wollnik

  • Umstellung für Pferdezüchter
  • Übergangsregelung läuft aus
  • Kennzeichnung durch Mikrochip

Die rund 8.000 Pferdezüchter in Nordrhein-Westfalen müssen sich umstellen. Ab kommendem Jahr dürfen sie ihre Pferde nicht mehr mit Brandzeichen markieren. Denn im Januar endet eine entsprechende Übergangsfrist im Tierschutzgesetz.

Andrang vor Stichtag

Ein Mann mit einem Brandeisen und ein weiterer Mann halten ein Pferd

Der Brennmeister des Zuchtverbandes hat viel zu tun

Für den "Brennmeister" des Pferdezuchtverbandes "Westfälischen Pferdestammbuch e.V." bedeutet das Verbot zur Zeit Hochbetrieb. Zahlreiche Züchter haben Marc-André Ridder zu sich auf den Hof bestellt, um schnell noch ihre Fohlen per Brenneisen markieren zu lassen – mit dem "W" für Westfalen.

Auch Josef Ulmker aus Neuenkirchen gehört dazu. Seit 50 Jahren züchtet Ulmker Pferde und bedauert: "Ein Markenzeichen und Kulturgut geht uns verloren."

Chip statt Brandzeichen

Brandzeichen auf einem Pferdeschenkel

Das Brandzeichen wird durch einen Mikrochip ersetzt

Kritiker halten den sogenannten Schenkelbrand für überflüssig und Tierquälerei. Tatsächlich müssen seit 2010 alle Fohlen in Deutschland mit einem Mikrochip gekennzeichnet werden. Dieser Mikrochip ist so groß wie ein Reiskorn und enthält alle wichtigen Angaben zu dem Pferd.

"Eine zweite Kennzeichnung nur zu Marketingzwecken macht überhaupt keinen Sinn", argumentiert der münsterische Tierarzt Dr. Heiko Delorme. "Zumal die Tiere Schmerzen erleiden und sich die Brandwunde infizieren kann."

Schmerzmittel für Pferde gesucht

Ofen mit einem Brandeisen

Ofen und Brandeisen verschwinden von den Pferdehöfen

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung in Warendorf möchte dagegen gerne am Schenkelbrand festhalten. Immer wieder komme es vor, dass Pferde zu Turnieren vorgestellt werden, deren Chips nicht ausgelesen werden könnten. "In solchen Fällen ist das Brandzeichen sehr hilfreich", so Klaus Miesner, Geschäftsführer des Bereichs Zucht.

Miesner hofft, dass es bald Medikamente geben wird, die die Schmerzen der Pferde beim Heißbrand lindern. Denn mit Betäubung dürfen Pferde auch nach dem Tierschutzgesetz gebrannt werden. Noch ist allerdings keine solche Substanz zugelassen.

Stand: 11.12.2018, 13:25