Die Brandwächter der Hohen Mark

Kersten Blaschczok steht oben auf dem Wachturm im Hintergrund ist ein großes Waldgebiet

Die Brandwächter der Hohen Mark

Von Niklas Schenk

  • Feuer im Wald rechtzeitig erkennen
  • Situation momentan sehr gefährlich
  • Fahrlässigkeit Hauptgrund für Brände

Wenn Kersten Blaschczok über Bäume und die Natur spricht, wird ihm offenbar nie langweilig. Blaschczok liebt Bäume, kann stundenlang darüber referieren. Bäume und Klimawandel, Bäume und Grundwasser, Bäume und Brände ... Kurzum, dieser Mann ist wie geschaffen dafür, als Forstdirektor täglich auf den Löschturm der Hohen Mark zu steigen. Immer den Wald im Blick, damit es im südlichen Münsterland nicht zu größeren Bränden kommt.

Brandgefahr fast wie in Griechenland

Seit 1992 macht Blaschczok diesen Job. So heftig wie in diesem Sommer sei die Trockenheit zuletzt 2003 gewesen, sagt er: "Hier hat es seit zwei Wochen überhaupt nicht mehr geregnet. Das ist schon gefährlich, denn wir haben hier viel Nadelwald, der leicht entzündlich ist." Ähnlich wie in Griechenland, wo es zuletzt verheerende Brände gegeben hatte, liegt auch in der Hohen Mark der Anteil der Nadelhölzer bei mehr als zwei Drittel.

Mehrere Treppen die in einem festen Metallgerüst zur Aussichtsplattform des Turmes führen sind im Zentrum des Bildes im Hintergrund ist der umliegende Wald

Der Brandwachturm in der Hohen Mark

"Da reicht schon eine weggeschmissene Zigarette, um einen Großbrand zu verursachen", sagt Blaschczok. Fahrlässigkeit sei der Hauptgrund für Brände, glaubt er. Die Menschen sind für die Waldbeschützer und -bewacher wie Blaschczok aber nicht nur Fluch, sondern auch Segen. Als vor wenigen Wochen ein Schwelbrand entfachte, war es ein Spaziergänger, der zuerst die Feuerwehr alamierte.

Kersten Blaschczok ist stolz darauf, dass es in den letzten Jahrzehnten keinen großen Waldbrand in der Hohen Mark gegeben hat. Als Teamleiter der Waldbewirtschaftung des Regionalverbandes Ruhr verbringt er inzwischen viel Zeit im Büro und nicht mehr nur auf seinem Löschturm.

Beruf mit Verantwortung und viel Zeit

Die Aussicht vom Brandwachturm, über ein weites Waldgebiet und einen blauen klaren Himmel

Die Aussicht vom Brandwachturm über den Wald

Auf dem Turm gibt es wenig Ablenkung: Hier und da kommt mal ein Fußgänger oder Jogger vorbei, oft ist man aber alleine. Handynetz gibt es hier auch nicht. Wer auf dem Turm über die Wälder wacht, kann sich also voll und ganz auf die Natur konzentrieren. Und wenn doch mal ein Brand droht oder ein Feuer gesehen wird, rufen Kersten Blaschczok und seine Kollegen die Feuerwehr - über das Festnetztelefon im Löschturm.

Stand: 25.07.2018, 20:00