Steinfurter Hauptschulen schlagen Alarm

Eine Brille mit schwarzem Rahmen liegt auf einem Brief

Steinfurter Hauptschulen schlagen Alarm

  • Brandbrief aller Hauptschulleiter des Kreises
  • Bericht über zunehmende Probleme
  • Lehrer wünschen sich Entlastung

Gerd Clancett ist Schulleiter der "Hauptschule am Bagno" in Burgsteinfurt und hat den Brandbrief geschrieben, der dem WDR jetzt vorliegt. Er und sein Kollegium wollen Entlastung. Hauptschullehrer müssen 28 Stunden Unterricht geben, 2,5 Stunden mehr als beispielsweise Lehrer an Gesamtschulen. "Das müsste geändert werden", sagt der Schulleiter. Außerdem müssten Behörden wie Jugendämter früher eingreifen können, wenn es Probleme gibt.

Kritik an Elternverhalten

Ein großes Schild steht vor einer Schule mit der Aufschrift: "Schule am Bagno"

Probleme gibt es nicht nur an der Steinfurter Hauptschule

Die Probleme benennt Clancett mit klaren Worten in dem Brief: "In der Schule nimmt die Zahl der Eltern zu, die große Probleme haben, ihre Kinder altersgerecht zu erziehen". Er nennt ein Beispiel eines Jungen aus der achten Klasse: Er schwänzt die Schule oder kommt viel zu spät. Ein Sozialarbeiter habe den verwahrlost erscheinenden Jungen mehrmals in der Tiefgarage eines Kaufhauses entdeckt. Trotz mehrerer Bußgeldbescheide wegen Schulschwänzens sei nichts passiert, die Eltern seien für die Schule nicht erreichbar.

Der Hilferuf stößt auf Verständnis

Bei der Bezirksregierung in Münster fallen die Forderungen auf Verständnis. Bei einem Gespräch am vergangenen Mittwoch (04.07.2018) haben erste Gespräche stattgefunden. "Über Stundenreduzierungen muss aber politisch entschieden werden", sagt Dezernent Udo Biel dem WDR. Die Hauptschullehrer aus Steinfurt hoffen, dass ihr Brief trotzdem erhört wird.

Stand: 12.07.2018, 20:00