Bosseborn-Prozess: Angeklagte mit später Entschuldigung

Die Angeklagte Angelika W. am Tag ihres Schlusswortes

Bosseborn-Prozess: Angeklagte mit später Entschuldigung

  • Angeklagte Angelika W. sieht sich als Opfer
  • Nebenkläger verließen Gerichtsaal
  • 49-Jährige und Ex-Mann wegen zweifachen Mordes angeklagt

Die Möglichkeit des letzten Wortes nutzte die Angeklagte am Freitag (14.09.2018) vor dem Landgericht Paderborn ausführlich. 15 Seiten mit Stichpunkten hatte sie zusammengestellt und wollte durch die letzten Worte dem "Gericht die Chance geben, zu verstehen", wie es zu den Taten kommen konnte.

Durch Lügen manipuliert?

Angelika W. referierte noch einmal ihre Aussage, ihre Beziehung zu ihrem Ex-Mann und Mitangeklagten Wilfried W. und wie der sie durch Lügen und Misshandlungen dazu gebracht habe, bei ihm zu bleiben. Ihre Aussage im Prozess entspreche in allen Punkten der Wahrheit.

Nebenkläger verlassen Gerichtssaal

Nebenklägerin Sigrid Kamisch mit ihrem Anwalt Roland Weber

Die Nebenklägerin Sigrid Kamisch mit ihrem Anwalt Roland Weber

Wortreich beschrieb sie das Leben mit Wilfried W. und den durch Kontaktanzeigen ins Haus gelockten Frauen. Die Angeklagte zeigte während ihrer Rede keine Reue oder bat in Richtung der Nebenkläger um Entschuldigung. Die konnten das offenbar nicht länger mit anhören und verließen den Gerichtssaal. Angelika W. redete trotzdem weiter. Erst zum Schluss ihres Monologs sprach sie eine Entschuldigung aus, dann jedoch nicht mehr in Anwesenheit der Nebenkläger.

Mitangeklagter zeigt Unverständnis

Wilfried W. saß während Angelikas Rede daneben, schrieb mit und schüttelte den Kopf. Er wird erst im Oktober kurz vor der Urteilsverkündung zu seinem letzten Wort kommen.

Zwei Frauen starben

Das Paar soll über Jahre hinweg mehrere Frauen aus Niedersachsen in ihr Haus nach Höxter-Bosseborn gelockt und dort schwer misshandelt haben. Zwei Frauen starben infolge der Quälereien.

Stand: 14.09.2018, 13:11