Borkenkäfer vernichten zwei Millionen Fichten in NRW

Borkenkäfer

Borkenkäfer vernichten zwei Millionen Fichten in NRW

  • 2 Millionen Bäume wegen Borkenkäfern gefällt
  • Lager der Sägewerke noch voll mit Sturmholz
  • Preise oft nur auf Brennholz-Niveau
  • Widerstandsfähige Bäume in Lippe

Zwei Millionen Fichten oder 2,1 Millionen Kubikmeter Holz in NRW vernichtet - das ist die vorläufige Schadensbilanz in Sachen Borkenkäfer. Ein Drittel (mehr als 740.000 Festmeter Holz) wurde allein in Südwestfalen vernichtet. Das Landesumweltministerium gab die Zahlen am Dienstag (02.10.2018) bekannt. Und das ist noch nicht das Ende: Das ganze Ausmaß des Schadens sei erst im Laufe des Oktobers 2018 absehbar.

Wegen des Sturms Friederike waren die Läger der Holzhändler ohnehin schon voll. Dann kam der extrem trockene Sommer dazu. Die Borkenkäfer konnten sich etwa in der Eifel und im Sauer- und Siegerland explosionsartig vermehren. Selbst kerngesunde Fichten können sich dagegen nicht wehren.

Von Borkenkäfern befallene Bäume sterben ab

Schon von weitem sieht man trockene, braune Baumkronen. Abgestorben durch die Trockenheit und den Borkenkäfer. Bei näherem Hinsehen zeigt sich abgefallene Rinde, mit frischen Larven rund um den Stamm. Die Waldarbeiter haben vielerorts damit begonnen, die befallenen Fichten zu fällen und aufzuarbeiten.

Borkenkäfer

Große Schäden durch den Borkenkäfer

"Da blutet einem das Herz", sagt Förster Jan Marc Heitze. Noch im Frühjahr hätte er die Stämme für 90 Euro pro Festmeter verkaufen können. "Jetzt bekommen wir noch 50 Euro, wenn es gut läuft." 60 bis 100 Jahre alte Fichten würden zurzeit für den Brennholzpreis verkauft, heißt es dazu beim NRW-Waldbauernverband.

1947 letzte vergleichbare Borkenkäferplage

Der Förster zeigt die Schäden an der Rinde durch den Borkenkäfer

Borkenkäfer im Fichtenholz

Auch die privaten Waldbauern trifft die Borkenkäferplage hart. Ferdinand Funke, Vorsitzender der Waldbauern im Kreis Olpe, hat seinen Wald von seinem Vater geerbt. Aus Erzählungen von früher weiß er, dass es 1947 das letzte Mal eine vergleichbare Dürre mit entsprechendem Borkenkäferbefall gegeben haben soll.

Da die Sägewerke das Holz nicht aufnehmen können, wird ein großer Teil bis nächstes Jahr im Wald lagern müssen. Deshalb bleibt den Forstwirten nichts anderes übrig, als die Stämme sorgfältig zu schälen, damit die Käfer und Larven nicht überleben. Manche Waldbauern besprühen die lagernden Stämme mit Insektiziden. Aber das ist Wäldern mit Öko-Zertifikat (FSC oder PEFC) nicht erlaubt.

Widerstandsfähige Bäume als Alternative

Langfristig müssen die Waldbauern möglicherweise umdenken und zum Beispiel Bäume aus wärmeren Gegenden ansiedeln. In einem Waldstück in der Nähe des lippischen Bad Meinbergs hat Förster Frank Sundermann kalifornische Mammutbäume gesetzt. Zusammen mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW testet der Landesverband Lippe elf nicht-heimische Baumarten. Das Projekt wird vom Bund gefördert.

Stand: 02.10.2018, 10:52