Borkenkäfer befallen auch Douglasien und Kiefern

Borkenkäfer befällt andere Bäume 02:38 Min. Verfügbar bis 03.07.2021

Borkenkäfer befallen auch Douglasien und Kiefern

  • Trilliarden Schädlinge in den Wäldern
  • Kiefern abgestorben
  • Mischwald mindert Risiko  

Die Borkenkäfer befallen nicht mehr nur Fichten, sondern auch Kiefern und Douglasien. Das haben Waldschutzexperten des Landesforstbetriebes Wald und Holz am Möhnesee festgestellt. Die Käfer haben sich so extrem vermehrt, dass sich auch in andere Baumarten bohren.

Astronomisch viele Schädlinge

Ein Wald wird abgeholzt wegen der Schäden durch den Borkenkäfer

Ein Wald mit Borkenkäferschäden

Stürme und andauernde Dürre – die Borkenkäfer haben sich in den Wäldern enorm vermehrt. Waldschutzexperte Mathias Niesar geht davon aus, dass zurzeit zwölfmal so viele Borkenkäfer in den Wäldern unterwegs sind wie im ersten Halbjahr 2018. "Eine astronomische Summe", sagt er, "das sind Trilliarden." 

Die Käfermassen bohren sich längst auch in eigentlich kerngesunde Bäume. Rund 20 Millionen Fichten sind in NRW schon abgestorben, die Schädlinge müssen jetzt auf andere Baumarten ausweichen: "Die Borkenkäfer suchen Fichten und finden keine mehr. In der Not frisst der Teufel Fliegen", sagt Niesar.

Wehrhafte Douglasien

Luftaufnahme eines Waldes mit vielen beschädigten Bäumen

Luftaufnahme eines geschädigten Waldes

Die Borkenkäfer haben Kiefern befallen, Eier unter die Rinde gelegt, die sich komplett entwickeln konnten und die Bäume zum Absterben gebracht haben. Auch bei Douglasien haben die Forstexperten Borkenkäfer gefunden. Die haben es allerdings geschafft, sich mit Harz gegen die Käferlarven zu wehren.

Kiefern und Douglasien wurden bis dato als Baumarten gehandelt, die mit dem Klimawandel zurechtkommen können. Und das wird auch so bleiben, schätzt Waldschutzexperte Niesar: "Es gibt keine Baumart ohne Risiko." Um dieses Risiko breit zu streuen, sollen Waldbauern Mischwald pflanzen.

Stand: 03.07.2020, 18:52