Bordelle im Münsterland geschlossen

Stadt Münster macht Bordell dicht Lokalzeit Münsterland 06.06.2019 02:32 Min. Verfügbar bis 06.06.2020 WDR Von Christian Schweitzer

Bordelle im Münsterland geschlossen

Von Christian Schweitzer

  • Hinweise kamen aus der Nachbarschaft
  • Bordelle in Münster und Kreis Coesfeld betroffen
  • Prostituiertenschutzgesetz wirkt
Ein völlig zugewachsenes Haus

Dieses Bordell in Münster wurde geschlossen

In Münsters Stadtteil Kinderhaus und im Kreis Coesfeld haben die Ordnungsämter jetzt erstmals zwei illegale Bordelle geschlossen. Vorausgegangen waren unangemeldete Kontrollen auf Grundlage des seit 2017 gültigen Prostituiertenschutzgesetzes.

Schimmel und Müll

Ein Mann mit Brille sitzt in einem Büro

Martin Schulze Werner fand unhaltbare Zustände

Der Betrieb in Münster existierte schon länger, eine Genehmigung war aber nie beantragt worden. Der Hinweis kam aus der Nachbarschaft des unauffälligen Klinkerbaues. Bei ihrer Kontrolle stießen die Ordnungshüter auf drei angemeldete Prostituierte. Allerdings herrschten "völlig menschenunwürdige Zustände", sagt Martin Schulze Werner von der Stadt Münster.

"An fast allen Wänden des Bordells war Schimmel. Dazu lag im ganzen Haus Müll herum. Schutzmaßnahmen für die Prostituierten wie eine Alarmanlage waren nicht vorhanden oder defekt", so der Leiter des Ordnungsamtes.

Hohe Dunkelziffer im Rotlichtmilieu

Auch das Bordell im Kreis Coesfeld war illegal. Der Betrieb war schon vor Monaten wegen erheblicher Mängel untersagt worden. Die Ordnungsbehörden wollen jetzt weitere Bordellbetriebe unter die Lupe nehmen, zum Schutz der meist osteuropäischen Prostituierten. Weitere Schließungen nicht ausgeschlossen.

Im Münsterland gibt es insgesamt rund 50 Bordellbetriebe und 600 Prostituierte, die angemeldet sind. Die Dunkelziffer ist deutlich höher.

Stand: 07.06.2019, 07:33