Nach Funden in Soest: Bomben werden recycelt

Zweite Weltkriegsbomben werden recycelt

Nach Funden in Soest: Bomben werden recycelt

Von Elfi Schader

  • Mehrere Bombenfunde pro Jahr in Soest
  • Entschärfte Bomben in Hünxe zerlegt
  • Daraus werden OP-Bestecke und Autoteile

In Soest ist am Montag (28.1.2019) erneut eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich entschärft worden. Anschließend landen diese Altlasten des Krieges in Hünxe, im Kreis Wesel. Vor allem das Metall wird wieder verwertet.

Bomben werden recycelt

Diese beiden Bomben wurden im Dezember 2018 in Soest gefunden.

Jährlich werden im Munitionszerlegebetrieb am Niederrhein Tausende Bomben, Granaten und Minen abgeliefert. Fachleute machen sie zunächst einmal unschädlich, denn die entschärfte Munition ist weiterhin explosiv. Anschließend wird das Material eingeschmolzen oder zerlegt.

Aus Bombenmaterial werden Autoteile

Das aufbereitete Metall geht an Recyclingfirmen, sagt eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums. "Daraus kann dann alles Mögliche entstehen: Autoteile, OP-Besteck oder auch Kunstwerke." Die Entsorgungskosten richten sich nach der Art der gefundenen Bomben: Stammen sie von Alliierten, zahlt das Land – bei Wehrmachtsmunition zahlt der Bund.

Bombenentschärfer haben viel zu tun

Die jährlichen Fundzahlen sind auch 74 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges hoch. In 2017 wurden landesweit fast 2.000 Bomben entdeckt und unschädlich gemacht. Durch den Bauboom bekommen die Bombenentschärfer viel zu tun.

Allein in Soest, wo viele neue Baugebiete entstehen, werden sie mehrmals im Jahr gerufen. Hier warfen die Alliierten während des Krieges zehntausende Bomben ab.

Stand: 29.01.2019, 15:46