Blühstreifen für den Artenschutz

Ein Aufklärungsplakat an einem Blühstreifen

Blühstreifen für den Artenschutz

  • Bauern legen Blühstreifen an
  • Kritik kommt vom Nabu
  • Fortsetzung in 2020

Ein schmaler Streifen Wildblumen entlang eines Maisfeldes, das ist der Ursprungsgedanke des Projekts "Blühendes Band durch Bauernhand". Die Bauern in Münster haben in diesem Jahr 60 Kilometer solcher Blühstreifen angelegt, so die Bilanz des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes am Donnerstag (18.07.2019).

In ganz Westfalen-Lippe sind es nach Angaben des Bauernverbandes rund 5.000 Kilometer. Für den bunten Rand am Feld verzichten die Landwirte freiwillig auf einen Teil ihrer Äcker und damit auch ihrer Ernte Das Ziel: Lebens- und Nahrungsraum für Insekten und Wildtiere schaffen.

Fördergelder für Blühstreifen

Landwirte, die sich verpflichten, diese Blühstreifen für mindestens fünf Jahre stehen zu lassen, dort keine Pflanzenschutzmittel auszubringen und bestimmte Saatmischungen zu nutzen, können dafür Fördergelder vom Land beantragen. NRW zahlt nach Informationen der Landwirtschaftskammer 1.200 Euro pro Jahr pro Hektar Blühstreifen.

Laut Bauernverband legten viele Landwirte diese sogenannten Blüh- und Biodiversitätsstreifen aber auch freiwillig und unentgeltlich an. "Daran zeigt sich, dass die Landwirte im Kreis Borken bereit sind, ihren Anteil am Schutz der Artenvielfalt und der Gewässer zu leisten", sagt Ulrike Janßen-Tapken, stellvertretende Leiterin der WLV-Kreisstelle Borken.

Blütezeit von Mai bis Oktober

Wildblumen in verschiedenen Farben

fast sechs Monate blühen die Pflanzen am Ackerrand

Kosten für das Saatgut entstehen den Landwirten keine, es wurde in diesem Jahr von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft finanziert. Das Säen aber übernehmen die Landwirte selbst. Die Blumenmischungen sind so zusammengestellt, dass von Mai bis Oktober unterschiedliche Pflanzen zu unterschiedlichen Zeitpunkten blühen.

Kritik von Naturschützern

Ein Wildblumenstreifen neben einem Kornfeld

konventioneller Anbau grenzt an die Blühstreifen

Der Naturschutzbund kritisiert diese Form der Bepflanzung. "Das Problem ist bei der Art Zusammensetzung der derzeitigen Blühmischungen, dass sie nur für die häufigen Arten - wie Honigbienen und häufige Hummeln - die passenden Blütenformen anbieten und damit einen Großteil der eigentlich gefährdeten und bedürftigen Arten wie die Wildbiene gar nicht erreichen", erklärt Kristian Lilje vom Naturschutzbund Münster.

Stand: 18.07.2019, 20:00