Nach Bischofskonferenz bittet Münsters Bischof um Geduld

Bischof Genn Frontalaufnahme

Nach Bischofskonferenz bittet Münsters Bischof um Geduld

Nach der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe sieht Münsters Bischof Felix Genn keine konkreten Ergebnisse in Hinblick auf die Forderungen der Reformbewegung Maria 2.0.

Bischof Felix Genn bittet im WDR-Interview nach der virtuellen Bischofskonferenz um Geduld. Die Themen der katholischen Reformbewegung Maria 2.0 seien auf der Tagesordnung des Synodalen Weges. Aber "wir müssen jetzt erst mal in Geduld weitergehen und weitermachen", so Genn. Jetzt einfach schnell etwas zu entscheiden, "das ist eine Überforderung für alle Seiten".

Synodaler Weg und Maria 2.0: "Brauchen Dialog"

WDR 5 Morgenecho - Interview 23.02.2021 05:40 Min. Verfügbar bis 23.02.2022 WDR 5


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TeilnehmerInnen der Reformbewegung Maria 2.0 protestieren mit Schildern auf dem Domplatz vor dem Dom in Münster.

Maria 2.0-Aktivistinnen fordern Gleichberechtigung in der Kirche

Die Aktivistinnen von Maria 2.0 fordern den Zugang von Frauen zu allen Ämtern in der katholischen Kirche. Sie kämpfen gegen sexuellen Missbrauch, Machtmissbrauch, den Pflichtzölibat und für eine offenere Sexualmoral.

Bischofskonferenz beendet: Bischof Genn im Interview Lokalzeit Münsterland 25.02.2021 03:52 Min. Verfügbar bis 25.02.2022 WDR

Frauen in Leitungspositionen?

Bischof Genn bezeichnete es im Interview als sein ganz persönliches Anliegen, dass das Bistum Münster weiter daran arbeite, auch Frauen in Leitungspositionen zu bekommen. Erst kürzlich wurde die Stelle eines Kanzlers geschaffen - diese hatte der Bischof mit einem Mann besetzt.

Im Bezug auf Aufklärung und Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche sei man weiter am Werk, so Genn. Das sei ein gewaltiger Prozess, der "auf der einen Seite schon sehr weit gekommen ist und auf der anderen Seite weitergehen wird."

"Entschuldigung von Woelki kommt zu spät"

WDR 5 Morgenecho - Interview 24.02.2021 07:14 Min. Verfügbar bis 24.02.2022 WDR 5


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"Wir arbeiten die Dinge auf"

Zum Verhalten des Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki gibt es nach Aussage von Bischof Genn nach der Bischofskonferenz keinen neuen Erkenntnisstand. Nur so viel: "Wir arbeiten die Dinge auf", so Genn. Das sei ein Prozess und man müsse nun das Ergebnis der Aufarbeitungskommission abwarten. Er selbst sei hier auch nur als Befragter involviert gewesen.

Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln, 02.02.2021

Kardinal Rainer Maria Woelki steht seit Wochen in der öffentlichen Kritik

Woelki wird kritisiert, weil er ein Gutachten zum Umgang mit Missbrauchsfällen wegen "methodischer Mängel" nicht wie zunächst vorgesehen veröffentlichen ließ.

Kirchenaustritte beschäftigten Bischöfe

Die Bischofskonferenz hat sich auch mit den zuletzt vielen Kirchenaustritten beschäftigt: Hier sehe niemand eine Lösung, sagte Genn im Interview. Menschen würden aus verschiedensten Gründen austreten. Dies sei eine Freiheitsentscheidung.

Im Bistum Münster habe es daher schon vor vielen Jahren eine Zufriedenheitsstudie gegeben. Daraus habe man Schlüsse gezogen, die nun nach und nach umgesetzt würden.

Stand: 25.02.2021, 20:00