Missbrauch: Bistum Münster setzt auf null Toleranz

Bistum fordert härtere Strafen bei Missbrauch Lokalzeit Münsterland 20.12.2018 02:32 Min. Verfügbar bis 20.12.2019 WDR Von Hartmut Vollmari

Missbrauch: Bistum Münster setzt auf null Toleranz

  • Bischof Genn setzt auf harte Gangart
  • Verdächtige werden der Justiz gemeldet
  • Therapie alleine reicht nicht

Münsters Bischof Felix Genn fordert ein konsequentes Vorgehen gegen Missbrauchstäter. Das Bistum selbst leite inzwischen jeden Verdachtsfall an die Justiz weiter. "Dort, und nicht in der Kirche, muss entschieden werden, wie weiter vorzugehen ist", sagte Genn am Donnerstag (20.12.2018) in der "Rheinischen Post".

"Verjährungsfrist aufheben"

Wichtig sei, die Verjährungsfristen für sexuellen Missbrauch aufzuheben. Dann wäre den Tätern klar, dass sie mit ihren Verbrechen nicht davonkommen würden.

Forensische Gutachten sollen entscheiden

Seksualno zlostavljanje maloljetnika od strane crkvenih zvaničnika u Njemačkoj

Aus dem Fall des Anfang Dezember entpflichteten Pfarrers von Bedburg-Hau werde das Bistum eine Lehre ziehen: Sobald ein Priester auffällig geworden sei, werde das Bistum nicht nur eine Therapie, sondern auch ein forensisches Gutachten einfordern, kündigte Genn an. Auf dieser Grundlage werde entschieden, ob derjenige weiter in der Seelsorge eingesetzt werden könne.

Versetzt, aber nicht entlassen

Der Pfarrer von Bedburg-Hau hatte bereits zuvor an zwei Orten Erwachsene sexuell bedrängt und daraufhin eine Therapie gemacht. Experten zufolge bestand kein erhöhtes Rückfallrisiko, so dass das Bistum ihn in Bedburg-Hau erneut einsetzte. Auch ein inzwischen verstorbener Priester, der unter anderem in Rhede im Kreis Borken arbeitete, war mehrfach versetzt worden, obwohl er Kinder missbraucht hatte.

Stand: 20.12.2018, 20:00