Bistum Münster stärkt Saerbecker Modell

Bistum Münster stärkt Saerbecker Modell

Das Bistum Münster hält an neuen Leitungsmodellen für Kirchengemeinden fest, auch wenn der Vatikan da deutlich bremst. Das hat Bischof Felix Genn bekräftigt.

Grundlage der Diskussion ist eine kürzlich vom Vatikan erlassene Instruktion zur Organisation der Gemeinden. Das Schreiben der Kleruskongregation verbietet unter anderem die Leitung von Pfarrgemeinden durch ein gleichberechtigtes Team von Priestern und Nicht-Klerikern.

Neue Führungsstruktur in Saerbeck

Allerdings ist vor wenigen Wochen im Bistum Münster ein vergleichbares Modell gestartet. In Saerbeck (Kreis Steinfurt) übernahm ein Laie die Leitung der Pfarrgemeinde. Das Bistum begründete diese Entscheidung mit dem Priestermangel.

"Modell ist kirchenrechtskonform"

Ein Mann im Anzug steht vor einer Kirche.

Werner Heckmann leitet die Saerbecker Pfarrei

Dem neuen Leiter steht aber noch ein Pfarrer aus dem benachbarten Lengerich zur Seite: Denn nach dem Kirchenrecht liegt die Verantwortung für die Gemeindeleitung immer noch bei einem Priester. Von daher sieht Bischof Genn dieses Leitungsmodell nicht durch die Instruktion aus Rom torpediert. Das Saerbecker Führungsmodell sei "kirchenrechtskonform", betonte Genn in einem Interview mit der Bistumszeitung "Kirche + Leben".

Genn wünscht sich besseren Austausch

Kritik äußerte Genn aber am Vorgehen des Vatikans: "Da ist kommunikativ vieles nicht gut gelaufen." Vor der Veröffentlichtung der Instruktion wäre eine Beratung mit den betroffenen Bistümern angebracht gewesen. Genn wörtlich: "Ich wünsche mir als Bischof das Vertrauen von Rom: Ihr Bischöfe macht das schon richtig. Und ich wünsche mir, dass unsere Erfahrungen erfragt und einbezogen werden."

Bischof Felix Genn äußert sich zu den Kirchenfusionen Lokalzeit Münsterland 03.09.2020 01:31 Min. Verfügbar bis 03.09.2021 WDR Von Nicole Albers

Stand: 03.09.2020, 15:07