Schmallenberger Wald: Konsequente Bejagung wichtig

Biowild-Projekt 02:33 Min. Verfügbar bis 27.10.2022

Schmallenberger Wald: Konsequente Bejagung wichtig

Eine konsequente Bejagung kann Wälder fitter für den Klimawandel machen. Das ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts, über das Experten in Schmallenberg diskutierten.

Sechs Jahre hat die Arbeitsgemeinschaft "Naturgemäße Waldwirtschaft" im Schmallenberger Wald experimentiert - mit den Universitäten Göttingen, Hannover und München, im Projekt "BioWild". Auf 50 Versuchsflächen à 100 Quadratmeter wurden verschiedene Wiederaufforstungsmethoden ausprobiert.

Wie viel Wild im Wald?

Die zentrale Frage: Wie viel Wild verträgt der Wald noch? Gerade bei der Wiederaufforstung von Wirtschaftswäldern spielt das eine entscheidende Rolle. Rehe zum Beispiel futtern gerne junge Bäume, auch Hirsche und Wildschweine.

Die Diskussion zwischen Jägern und Waldbesitzern war zu Beginn kontrovers. Die Waldbesitzer wussten nicht, was auf ihren Wald zukommt. Die Jäger hatten die Befürchtung, dass "sie Daten um die Ohren gehauen kriegen, die sie in ein ganz schlechtes Licht rückt", so Projektleiter Hans von der Goltz.

Konsequente Bejagung für Wiederaufforstung

Präsentation des "BioWild"-Projekts

Am Mittwoch präsentierten die Forscher ihre Ergebnisse in Schmallenberg. Die Experten haben erstmals ganz objektive Daten über den Vegetationszustand des Waldes gesammelt. Und die anfänglichen Zweifel sind längst behoben. Das Interesse ist enorm - rund 60 Experten aus ganz Deutschland kamen dafür ins Sauerland.

Je größer die Vielfalt, desto stabiler der Wald

Konsequente Bejagung für Wiederaufforstung

Hinweisschild im Schmallenberger Wald

Die Ergebnisse sind vielversprechend: Je mehr Gehölzarten es gibt, desto höher die Wahrscheinlichkeit eines stabilen Waldes. Der Plan für die Zukunft ist eine Kombination aus "Jagd, aber auch Waldbau", sagt von der Goltz.

Mehr zu jagen, um einen klimastabilen Mischwald zu schaffen, der zusätzlich auch wirtschaftlich Sinn ergibt - das will die Arbeitsgruppe auch langfristig erforschen. Nur so könne der Mischwald in Deutschland bestehen. Der Wald wächst besser, wenn er nicht als Futter für Wild dient.

Das Projekt soll langfristig fortgeführt werden. Die Kosten dafür liegen insgesamt bei 2,5 Millionen Euro, den Großteil finanziert der Bund.

Stand: 27.10.2021, 20:07