Biobauern in NRW geht das Tierfutter aus

Futterknappheit bei Biolandwirten 02:37 Min. Verfügbar bis 23.10.2020

Biobauern in NRW geht das Tierfutter aus

Von Corina Wegler

  • Angespannte Situation für viele Betriebe
  • Bauern wollen Tiere verkaufen oder schlachten
  • Preis für Bio-Rindfleisch sinkt

Die Lage auf vielen Biohöfen ist momentan extrem angespannt: Die Bauern konnten wegen des trockenen Wetters zu wenig Bio-Futter für ihre Rinder ernten. Jetzt müssen sie Futter zukaufen oder Tiere abschaffen, berichtet der WDR am Mittwoch (23.10.2019).

Michael Hellermann etwa ist Bio-Landwirt im sauerländischen Schmallenberg-Altenilpe. Zu seinem Betrieb gehören 60 Kühe sowie 60 Kälber und Rinder. Für diese Tiere reicht das geerntete Futter für den Winter auf keinen Fall.

Futter aus Naturschutzprojekt

Der Landwirt aus dem Sauerland hat daher Futter zugekauft - aus einem Naturschutzprojekt im ostwestfälischen Höxter. Bezahlt hat er dafür doppelt so viel wie in durchschnittlichen Jahren. Und auch diese Menge wird nicht reichen - jedes Tier frisst täglich bis zu 80 Kilo Grassilage.

Rinder auf der Weide

Die Dürre hat das Futter knapp werden lassen

Mittlerweile plant Michael Hellermann, ein gutes Drittel seines Tierbestandes abzuschaffen: entweder zu verkaufen oder zu schlachten. Und er ist nicht der einzige Bio-Landwirt, der so denkt.

Das Angebot an Tieren ist daher enorm groß, die Nachfrage gering. Das schlägt sich im Preis nieder: Im Februar bekamen die Bio-Landwirte noch vier Euro für ein Kilo Jungbullenfleisch, jetzt 3,65 Euro. Tendenz: weiter fallend.

Die Scheunen bleiben leer

In gewöhnlichen Jahren legen Landwirte einen Futtervorrat an. Das war aber im Dürre-Sommer 2018 nicht möglich. Die Bauern starteten 2019 quasi mit leeren Scheunen und konnten sie auch in diesem Jahr nicht füllen.

Bio-Bauern sind von der Futtermittelknappheit besonders betroffen, weil sie Bio-Futter an ihre Tiere verfüttern. Im vergangenen Jahr hatten sie noch auf konventionell erzeugtes Futter ausweichen können.

Stand: 23.10.2019, 15:31