Sechs Jahre Ausbildungsprojekt in Südafrika

Lokalzeit Münsterland 22.04.2022 04:58 Min. Verfügbar bis 22.04.2023 WDR Von Melanie Weyand

Bildungspartnerschaft mit Südafrika erfolgreich beendet

Stand: 22.04.2022, 20:00 Uhr

Die Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf hat eine erfolgreiche Abschlussbilanz ihrer sechsjährigen Bildungspartnerschaft mit einem College in Richards Bay in Südafrika gezogen. Die Handwerker aus den Kreisen Steinfurt und Warendorf haben dort ein Ausbildungs- und Gründerzentrum mit aufgebaut.

Von Melanie Weyand

Maurermeister Martin Pillich ist Ausbilder bei der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf. In der Werkstatt in Beckum baut er mit seinen Maurer-Azubis im zweiten Lehrjahr gerade Ziergiebel. Seit 2016 ist er als Kurzzeitexperte insgesamt fünf Mal ans "uMfolozi-College" in Richards Bay in Südafrika gefahren.

Porträtbild Martin Pillich

Martin Pillich ist mit der Bilanz zufrieden

"Vorgefunden haben wir dort sehr unorganisierte Werkstätten und Ausbilder und durch unseren Einsatz ist es gelungen, denen so ein bisschen Struktur zu geben", so Pillich. Beispiele seien eine Werkzeugliste, die jetzt in der Werkstatt geführt werde, oder aber auch eine eigene Planung der Lehrgänge zu machen. "Das ist auch ganz gut angenommen worden.

Fast 2 Millionen Euro investiert

Drei Männer vor einem modernen Gebäude bei Sonnenschein.

Ein Ausbildungs- und Gründerzentrum ist in Richards Bay entstanden

Ein Langzeitexperte vor Ort hat die Arbeiten koordiniert. 1,9 Millionen Euro hat das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in das Projekt der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf investiert. Ein Ausbildungs- und Gründerzentrum ist vor Ort entstanden.

Gemeinsam haben die Handwerker ein Musterhaus errichtet. Inzwischen wurden in Richards Bay über 400 Maurer, Zimmerer und Sanitärfachleute ausgebildet. Die Ausbilder aus Südafrika wurden auch zu Lehrgängen ins Münsterland eingeladen.

Kollegiale Zusammenarbeit

Zwei junge Männer leeren ein Schubkarre

Gemeinsam wurde das Projekt umgesetzt

Ziel des Einsatzes war aber nicht, das deutsche duale Ausbildungssystem den Südafrikanern überzustülpen, es ging um eine Partnerschaft. Da musste Vertrauen erst aufgebaut werden, sagt Ausbilder Martin Pillich: "Das Schwierige war am Anfang immer die Problematik: Ah da kommt ein weißer Mann aus  Deutschland und der will uns erklären, was wir zu tun haben. Und das hat sich nach den ersten Einsätzen aber wirklich abgebaut und wir haben hinterher wirklich kollegial zusammengearbeitet."