Kirchenstreik: "Maria 2.0" zu Ende gegangen

Abschlussgottesdienst Maria 2.0

Kirchenstreik: "Maria 2.0" zu Ende gegangen

  • Tausende haben bundesweit mitgemacht
  • Kritik von einigen Kirchenvertretern
  • Weitere Aktionen im Sommer geplant

Die Initiatorinnen des Kirchenstreiks "Maria 2.0" haben am Samstag (18.05.2019) ein positives Fazit der Streikwoche gezogen Viele tausend Frauen haben mitgemacht. In Münster sind auch künftig weitere Aktionen geplant.

Einer der unzähligen Abschluss-Gottesdienste von Frauen deutschlandweit fand am Samstagnachmittag (18.05.2019) im westfälischen Nottuln statt. Viele Menschen versammelten sich noch einmal vor der Kirchentür, um mitzusingen und mitzubeten. So haben es Tausende in ganz Deutschland in der vergangenen Woche getan.

Viele Menschen vor einem Dom mit Händen in der Luft

Die Gründerinnen, eine Hand voll Frauen eines Bibelkreises aus Münster, seien von dem Zulauf völlig überrascht gewesen, sagte Mitinitiatorin Elisabeth Kötter. "Dass wir so viele Menschen ansprechen, das war keiner von uns am Anfang klar", sagte sie.

Mehrere tausend Frauen haben Kirche bestreikt

Mit einer Gruppe von 15 Frauen hatte Andrea Voß-Frick von Münster aus die Bewegung angestoßen. Bundesweit hatten daraufhin mehrere tausend Frauen eine Woche lang keine Kirchen betreten und aus Protest gegen männliche Machtstrukturen und den Umgang mit sexuellem Missbrauch ihre ehrenamtlichen Aufgaben in der katholischen Kirche nicht ausgeübt.

Maria 2.0: "Streik ist der falsche Weg"

WDR 5 Morgenecho - Interview 18.05.2019 06:37 Min. WDR 5

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In Köln zum Beispiel seien "die Reaktionen überwältigend", sagte Annabel Ruth, eine der Organisatorinnen der Kölner Kirchengemeinde Sankt Agnes. Mehrere hundert Frauen hätten an den täglichen Gottesdiensten vor der Agneskirche teilgenommen.

Frauen fordern Gleichberechtigung

Menschenansammlung vor einer Kirche

Rund 200 Menschen waren bei der Eröffnungsveranstaltung von Maria 2.0 in Münster

Die Teilnehmerinnen von Maria 2.0 fordern den Zugang für Frauen zu allen Weiheämtern und die Aufhebung des Pflichtzölibats für Priester. Auslöser für die Protestwoche waren die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Einige Bischöfe sympathisierten mit der Aktion der Frauen, andere empfanden den Boykott als das falsche Mittel.

Gruppierungen auch im Ausland

Die Aktion wird nicht zentral gesteuert, deshalb ist die genaue Teilnehmerzahl unbekannt. Aber es gibt Gruppierungen in ganz Deutschland und einigen europäischen Ländern. Sogar in New York soll es eine Gruppe geben. Unterstützt wurde Maria 2.0 von der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD), die rund 450.000 Mitglieder hat.

Netzwerk weiter ausbauen

Die KFD Münster hat weitere Aktionen für Juni und Juli geplant. Im Erzbistum Köln will sie mit einem Montagsgebet weiter auf die Anliegen der Frauen aufmerksam machen. Einmal im Monat findet montagnachmittags vor der Kölner Kirche Groß St. Martin ein öffentliches Gebet statt.

Stand: 19.05.2019, 13:25