Negativpreis: Alexa überwacht Familien

Skulptur des Big-Brother-Awards

Negativpreis: Alexa überwacht Familien

  • Bielefelder Verein Digitalcourage verleiht Negativpreis
  • U.a. wurden Microsoft und Amazon ausgezeichnet
  • Preis wurde bereits zum 18. Mal verliehen

Microsoft Deutschland erhält in diesem Jahr den "Big Brother Award". Der am Freitag (20.04.2018) von Datenschutz-Aktivisten verliehene Negativpreis für Datensammlung und Verletzungen der Privatsphäre geht in der Kategorie Technik an das Software-Unternehmen mit Deutschlandsitz in München.

Windows 10 soll Diagnose-Daten sammeln

Der Bielefelder Verein Digitalcourage wirft Microsoft vor, mit dem Betriebssystem Windows 10 über das Internet Diagnose-Daten (Telemetrie) zu sammeln. Das Problem: Selbst erfahrene Nutzer könnten den Datenfluss nicht abschalten. Microsoft hatte die Kritik im Vorfeld zurückgewiesen und kam nicht zur Preisvergabe am Freitagabend ins Bielefelder Stadttheater.

Der Preis wurde zum 18. Mal an Politiker, Unternehmen oder Organisationen verliehen, die nach Ansicht der Datenschützer besonders unverantwortlich mit Daten anderer umgehen.

Amazons Alexa überwacht Familien

Der Preis in der Kategorie Verbraucherschutz geht an Amazons Sprachassistentin Alexa. Digitalcourage sieht bei ihr die Möglichkeit, Familienmitglieder oder Gäste im Haushalt zu überwachen. Und noch sei unklar, wer noch alles auf die in der Internet-Cloud gespeicherten Sprachaufnahmen zugreifen könne.

Weiterhin ausgezeichnet wurden die Münchener Firma Soma Analytics (Kategorie Arbeitswelt), die Firma Cevisio (Kategorie Verwaltung), der Begriff "Smart Cities" (Kategorie PR und Marketing) und die Fraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen im hessischen Lantag (Kategorie Politik).

Stand: 20.04.2018, 18:00