Hilfe für Bienen und Imker

Bienenwabe im Gesundheitsmobil

Hilfe für Bienen und Imker

Von Heinrich Buttermann

  • Sechs Bienen-Gesundheitsmobile präsentiert
  • Flächendeckender Kampf gegen Bienenkrankheiten
  • Neuer Fall der Amerikanischen Faulbrut bei Erwitte

Das Land will Imkern besser bei der Bekämpfung von Bienenseuchen und Bienenkrankheiten helfen. Das Umweltministerium hat dafür sechs Bienengesundheitsmobile angeschafft und heute (03.05.2018) im Landwirtschaftszentrum Haus Düsse in Bad Sassendorf präsentiert.

Während das Land, die Landwirtschaftskammer, die Tierseuchenkasse und Imkerverbände die sechs neuen Spezialanhänger vorstellen, kämpft nur wenige Kilometer entfernt in Erwitte-Schmerlecke ein Imker gegen die Amerikanische Faulbrut, eine für Bienen hochansteckende Krankheit, die ganze Bestände dahinraffen kann.

Aktueller Fall von Faulbrut

Bei der Vorstellung der Bienengesundheits-Mobile wird darüber aber kein Wort verloren: Diskretion ist allen Beteiligten wichtig, denn für den betroffenen Imker bedeutet der Ausbruch der Seuche neben viel Stress auch, dass Kunden aus Unwissenheit hier keinen Honig mehr kaufen möchten. In Erwitte-Schmerlecke wurde jetzt schnell ein Sperrbezirk eingerichtet, um die Ausbreitung der Faulbrut zu verhindern.

Neue Gesundheitsmobile für Bienen

Wenn die Amerikanische Faulbrut ausbricht, muss es schnell gehen. Deshalb haben sich die Beteiligten darauf geeinigt, gleich sechs der Spezialanhänger im Land zu verteilen. Bei Matthias Rentrop aus Altena werden gleich zwei Fahrzeuge stehen. Er ist im Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker der Obmann für die Bienengesundheit. In Westfalen-Lippe wird er von 350 Bienenseuchensachverständigen unterstützt, die betroffenen Imkern im Fall der Fälle unterstützen können.

Neue Anhänger mit viel Technik und Know-How

Die Anhänger sind mit viel Technik ausgestattet. Herzstück sind große Kessel, in denen Ätznatron erhitzt werden kann. In den Laugen werden dann alle Dinge desinfiziert, die mit den gefährlichen Sporen in Berührung gekommen sein könnten.

Bienenkasten

Den Kampf gegen die gefährlichen Milben kann ein Imker allein nicht gewinnen. Sechs bis zehn Helfer sind im Einsatz, wenn die Völker gerettet und die Milbe unschädlich gemacht wird. "Die Bienen machen dann kurz Camping: Sie müssen aus ihren Behausungen raus, können da später aber wieder rein", erklärt Matthias Rentrop dazu

Bisher war es meistens so, dass die Behörden dafür sorgten, dass die Völker getötet und die kompletten Behausungen verbrannt wurden. Das soll durch die flächendeckende Verteilung der Bienengesundheits-Mobile nicht mehr so oft notwendig sein. In NRW gibt es rund 120.000 Bienenvölker. Jedes einzelne hat je nach Größe und Jahreszeit zwischen 5.000 und 50.000 Bienen.

Stand: 03.05.2018, 15:06

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