Bielefelder Oetker-Gruppe wird geteilt

Ein Schild vor der Dr. Oetker-Firmenzentrale in Bielefeld.

Bielefelder Oetker-Gruppe wird geteilt

Nach einem jahrelangen Streit um die Ausrichtung der Oetker-Gruppe wird der Bielefelder Konzern aufgespalten. Das gab das Familienunternehmen am Donnerstag in Bielefeld bekannt.

Die Gesellschafter Alfred, Carl Ferdinand und Julia Johanna Oetker übernehmen unter einem gemeinsamen Dach unteren anderen die Töchter Henkell & Co. Sektkellerei, die Martin Braun Backmittel KG, die Chemiefabrik Budenheim, einige Häuser aus der Hotelsparte sowie die Kunstsammlung August Oetker.

Oetker: "Unterschiedliche Vorstellungen der Gesellschafter"

"Mit dieser Entscheidung überwinden die Gesellschaftergruppen ihre unterschiedlichen Vorstellungen zur Führung und Strategie der Oetker-Gruppe. Eine entsprechende Trennungsvereinbarung ist von allen Eigentümern unterzeichnet worden", heißt es in einer offiziellen Mitteilung der Oetker-Gruppe.

Der umsatzstärkste Teil mit Lebensmitteln (Pizzen, Backmischungen, Tiefkühltorten und Pudding), die Radeberger Gruppe sowie einige Hotels bleiben in der Hand der Gesellschafterstämme von Richard und Philip Oetker, Rudolf Louis Schweizer, Markus von Luttitz sowie Ludwig Graf Douglas.

Bielefeld – Dr. Oetker

WDR 4 Heimatgeschichten 29.09.2020 01:49 Min. Verfügbar bis 29.09.2021 WDR 4 Von Matthias Kastning


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Streit schwelte schon lange

Seit Jahren gab es Streit unter den Generationen - ausgetragen unter Halbgeschwistern, den Kindern des langjährigen Oetker-Chefs Rudolf August Oetker. Auf den ersten Blick bekommen nun die älteren um Richard Oetker und Rudolf Schweizer das deutlich größere Stück vom Konzern-Kuchen.

Denn das, was die jüngeren Oetker-Nachkommen um Alfred, Carl Ferdinand und Julia Oetker erhalten, ist - bezogen auf die bisherigen Umsätze der Gruppe - deutlich weniger als die Hälfte. Dies soll aber durch andere Vereinbarungen kompensiert werden. Am Stammsitz Bielefeld, so ein Sprecher, werde sich nichts ändern.

Im vergangenen Jahr hatte Dr. Oetker einen Umsatz von 7,3 Milliarden Euro vermeldet. Insgesamt arbeiten weltweit rund 37.000 Beschäftigte für den Konzern und dessen Tochterfirmen.

Stand: 22.07.2021, 17:30