Bielefelder Häftling erstreitet Recht auf bewachten Freigang

  • Häftling bekommt mit Verfassungsbeschwerde Recht
  • Forderung: Freigang und Erhaltung der Lebenstüchtigkeit
  • Mann war während früheren Freigangs straffällig geworden

Ein Häftling der Justizvollzugsanstalt Bielefeld hat mit einer Verfassungsbeschwerde Recht bekommen. Er hatte Freigang gefordert, den die Gefängnisleitung ihm nicht gewähren wollte. Im vergangenen Jahr war er dann mit seiner Forderung vor das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gezogen.

Während Freigang Frau ermordet

Der Mann war bereits 2009 in Haft und brachte während eines Freigangs eine Frau um. Die Gefängnisleitung wollte ihm bei einer späteren Haftsrafe keinen Freigang gewähren, aus Angst, er könne fliehen oder eine weitere Straftat begehen. Außerdem sei seine Lebenstüchtigkeit nicht eingeschränkt, so der Leiter der JVA Bielefeld-Brackwede Uwe Nelle-Cornelsen. Das sah der Gefangene anders.

Das BVG begründete seine Entscheidung damit, dass die Resozialisierung im Vordergrund stehe. Der Flucht- und Missbrauchsgefahr könne man mit entsprechenden Maßnahmen wie einer Fessel und Begleitung entgegenwirken.

Bald schneller Recht auf Freigang?

Auf Grundlage dieser Entscheidung könnten Gefängnis-Insassen, bei denen Flucht- oder Missbrauchsgefahr besteht, in Zukunft häufiger Recht auf bewachten Freigang bekommen. Davon geht der Leiter der JVA Bielefeld-Brackwede aus. Er vermutet, dass sich die Ausführungen in diesem Bereich verdoppeln würden und befürchtet einen immensen Personalaufwand.