Bielefeld nimmt weitere minderjährige Flüchtlinge auf

Flüchtlinge sitzen in einem Schlauchboot, nachdem sie im Mittelmeer von der "MV Aquarius" aus Seenot gerettet wurden

Bielefeld nimmt weitere minderjährige Flüchtlinge auf

  • Bielefelder Rat diskutierte kontrovers
  • Es ging um minderjährige unbegleitete Flüchtlinge in Seenot
  • Vorwuf von CDU und FDP: "Wahlkampfmanöver"
  • Pfiffe von den Zuschauerplätzen

Am Donnerstagabend (27.09.2018) hat der Bielefelder Stadtrat nach rund 80 Minuten der Aufnahme von weiteren minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen zugestimmt. Dafür sorgten Stimmen von SPD, Grünen, Linken, Piraten und Bürgernähe.

Der Oberbürgermeister will jetzt der Bundes- und Landesregierung offiziell mitteilen, dass Bielefeld bereit ist, weitere unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen, die aus Seenot gerettet worden sind.

Demo für die Aufnahme von Flüchtlingen

CDU und FDP waren gegen den Antrag und warfen Oberbürgermeister Pit Clausen "Wahlkampfmanöver" vor. Noch schärfer fiel die Kritik der Bürger für Bielefeld BfB aus. Sie bezeichneten Clausens Vorstoß als "Populismus". Von den Zuschauerplätzen waren immer wieder Zwischenrufe und Pfiffe zu hören. Sie kamen von Teilnehmern der Aktion "Seebrücke", die vor der Ratssitzung für die Aufnahme von Flüchtlingen demonstrierten.

Bielefelder OB hatte Brief an Merkel geschrieben

Oberbürgermeister Pit Clausen hatte im August die Aufnahme der Seenot-Flüchtlinge vorgeschlagen und einen Brief an Kanzlerin Angela Merkel geschrieben. Man dürfe nicht tatenlos zusehen, wie Menschen ertrinken, so Clausen. Bielefeld habe ein vorbildliches Netz an Helfern und Einrichtungen und könne noch Plätze für junge Flüchtlinge anbieten.

Stand: 28.09.2018, 08:04