Millionenprozess in Münster auf der Zielgeraden

Millionenprozess in Münster auf der Zielgeraden

  • Prozessende nach knapp drei Jahren
  • Millionenschaden für Banken
  • mehrjährige Haftstrafen gefordert

Am Landgericht Münster geht ein Prozess um millionenschweren Wirtschaftsbetrug in die Schlussphase. Am Dienstag (05.11.2019) wurden die ersten Plädoyers gehalten, in der kommenden Woche wird das Urteil erwartet.

Angeklagt sind in dem seit 2017 laufenden Prozess zwei ehemalige Manager des inzwischen insolventen Hansa-Group. Der frühere Chemiekonzern hatte auch im Münsterland Geschäftszweige, am Standort Ibbenbüren die Firma Wibarco und die ebenfalls insolvente Tochterfirma Luhns GmbH mit Sitz in Greven-Reckenfeld.

Bankkredite erschlichen

Ihnen wird Bilanzfälschung in großem Stil vorgeworfen. Die Männer sollen laut Staatsanwaltschaft über Jahre Scheingeschäfte in ihren Bilanzen aufgeführt und sich so Bankkredite erschlichen haben. Den Banken soll so ein Schaden zwischen 13 und 17 Millionen Euro entstanden sein.

Mammutprozess geht zu Ende

Die Staatsanwaltschaft hat für die vier angeklagten Männer Haftstrafen zwischen drei und neun Jahren gefordert, die Verteidiger fordern einen Freispruch. Damit geht einer der größten Wirtschaftsstrafprozesse Deutschlands dem Ende entgegen.

Stand: 05.11.2019, 11:39