Arzt vergewaltigt Patientinnen: Kein Verfahren gegen Bielefelder Klinik

Arzt vergewaltigt Patientinnen: Kein Verfahren gegen Bielefelder Klinik

Die Vergewaltigungsserie durch einen Assistenzarzt bleibt für das Evangelische Klinikum Bethel in Bielefeld ohne strafrechtliche Folgen. Zwei Opfer hatten Beschwerde eingelegt.

Die Generalstaatsanwaltschaft Hamm hat Beschwerden dagegen abgewiesen, dass Bielefelder Behörden die Ermittlungen gegen die Klinik eingestellt hatten. Laut Generalstaatsanwaltschaft hätten die Vermutungen der Frauen nicht ausgereicht, um der Sache weiter nachzugehen. Die Anwälte der Opfer nannten die Entscheidung "ein Debakel."

Vergewaltigungsserie in Klinik

Hintergrund ist eine Vergewaltigungsserie in dem Bielefelder Krankenhaus vor zwei Jahren. Beschuldigt wurde ein Assistenzarzt. Zwei Patientinnen hatten die Klinikleitung frühzeitig auf das merkwürdige Verhalten des Mannes hingewiesen.

Erst später stellte sich heraus, dass der Arzt die Frauen betäubt, vergewaltigt und die Taten auch noch gefilmt hatte. Kurz nach seiner Festnahme im September 2020 nahm sich der Mann in der Untersuchungshaft das Leben; die Behörden ermittelten anschließend nicht mehr weiter.

Unverständnis bei den Opferanwälten

Ihre Mandantin sei tief enttäuscht, berichtet Opferanwältin Stefanie Höke. "Sie hat wirklich den Glauben an alles verloren, so waren ihre Worte", schildert die Anwältin.

Höke selbst ist ebenfalls der Ansicht, dass das Gericht dem Opferschutz nicht gerecht geworden ist. "Das ist skandalös, wie da vorgegangen wurde", so Höke.

Keine strafrechtlichen Folgen für das Krankenhaus

Die Opfer wollten mit ihrer Beschwerde klären lassen, ob die Klinikleitung früher hätte handeln können. Das bleibt nun offen - ebenso wie die Frage, wieviele dieser Taten hätten verhindert werden können, wäre die Klinik den frühen Hinweisen nachgegangen. Für das Krankenhaus bleibt die Angelegenheit damit strafrechtlich endgültig ohne Folgen.

Stand: 26.08.2021, 11:31