Bertelsmann Stiftung in Gütersloh startet Social-Media Initiative gegen Kinderarmut

Kind steht auf einer Schaukel vor einem Plattenbau, "Guten Morgen"-Banner

Bertelsmann Stiftung in Gütersloh startet Social-Media Initiative gegen Kinderarmut

  • Initiative der Bertelsmann Stiftung
  • Kinder sollen über Influencer angesprochen werden
  • Initiative soll Druck auf die Politik erhöhen

In den nächsten Wochen erzählen sechs Influencer ihre eigene Geschichte zur Kinderarmut. Die Bertelsmann Stiftung hat dazu am Montag (03.08.2020) eine Initiative gestartet.

Bielefelder Youtuberin hat selbst Armut erlebt

Mit dabei ist unter anderem die Youtuberin Hatice Schmidt, die auf ihrem Youtube-Kanal Make Up-Tipps gibt. Schmidt hat lange in Bielefeld gelebt und als Kind sebst Armut erlebt: "Das Geld war damals in der Familie knapp, ich konnte zum Beispiel nicht auf Ausflüge oder auf Klassenfahrten mitkommen. Als Kind habe ich auch Kleidung getragen, die andere weggeworfen hatten, die für uns aber essentiell war", berichtet Hatice Schmidt. "Auch wenn die Nachbarn fragten: "Willst Du mit ins Kino"? Da musste ich ablehnen. Auch für den Sportverein, Schwimmen gehen im Sommer oder die Eisbahn im Winter hatten wir kein Geld, ich musste zuhause bleiben. Erst im Rückblick habe ich verstanden: Ah, das ist Armut".

Politik soll mehr gegen Kinderarmut tun

Millionen meist junge Menschen folgen den Influencern und sollen direkt angesprochen werden. Durch die Kampagne soll zudem die Politik dazu gebracht werden, mehr gegen Kinderarmut zu tun: "Ich werde das auch auf meinem Youtube-Kanal zum Thema machen und einen offenen Brief an die Politik zeigen", kündigt Hattice Schmidt an.

2,8 Millionen Kinder betroffen

Laut der Bertelsmann Stiftung sind etwa 2,8 Millionen Kinder betroffen; arm ist demnach, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung hat. Mehr als jeder fünfte Heranwachsende unter 18 Jahren in Deutschland ist demnach von Armut betroffen.

Stand: 03.08.2020, 14:30