Trotz Protests: Alte Bäume in Bad Berleburg gefällt

Trotz Protests: Alte Bäume in Bad Berleburg gefällt

Auf dem zentralen Goetheplatz in Bad Berleburg hat die Stadt am Mittwoch (05.12.2018) uralte Bäume fällen lassen. Baumfreunde hatten am Vormittag vergebens versucht, das zu verhindern.

Kommentare (11)

Der Rat der Stadt hatte die Fällaktion beschlossen, der zwölf mehrere hundert Jahre alte Bäume zum Opfer gefallen sind. Begründung: Sie wären krank und stellten eine Gefahr dar.

Gutachter: Bäume wären zu retten

Gegner der Fällaktion brachten am Mittwochmorgen (05.12.2018) einen eigenen Gutachter mit. Der befand, die Bäume seien noch zu retten, eine akute Gefahr gehe von ihnen nicht aus. Baumfreunde ketteten sich an einen Stamm. Zwischen ihnen, ihrem Gutachter und Bürgermeister Bernd Fuhrmann gab es hitzige Diskussionen.

Gruppe von Menschen vor Fachwerk-Fassade

Baumfreunde betrachten fassungslos das Werk der Motorsägen

Dennoch wurden die Motorsägen angeworfen worden, die Baumfällung war am Nachmittag abgeschlossen.

Stand: 05.12.2018, 14:16

Kommentare zum Thema

11 Kommentare

  • 11 Anonym 07.12.2018, 08:10 Uhr

    "Bei alten Bäumen mit ihren hohen und breiten Kronen, die dem Winddruck eine große Angriffsfläche bieten, ist das hohl-Sein also überlebenswichtig! Gießt man seine Höhlung mit Beton aus, so verhindert man diese heilsame Verformung des Stammes und bringt den Baum dadurch um - so, wie es der alten Weide im Bild geschehen ist!" Nun ist mir wirklich schwer ums Herz, weil man diese wunderschönen, GESUNDEN alten Bäume einfach getötet hat. Warum die Gutachter offensichtlich (noch) nicht über dieses Wissen verfügen, kann ich mir nur so erklären, dass dies womöglich Erkenntnisse jüngeren Datums sind, die einfach noch nicht in die aktuellen Lehrbücher Einzug gehalten haben. Es ist wahrlich eine Schande, wie der Mensch mit der Natur umgeht. Doch diese beginnt sich immer mehr zu rächen (Dürren, Überschwemmungen, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis...) Es müsste viel mehr mutige Menschen wie Herrn Jung geben, die sich mutig vor die Kettensägen werfen!!! Nur so hätte die Erde noch eine Chance.

  • 10 Anonym 07.12.2018, 07:59 Uhr

    "die eine an der konvexen Seite des Bündels, die von einem am weitesten entfernt ist, erleidet die größte Ausdehnung, während die einem zunächst gelegene die größte Stauchung erleidet. Wenn diese eine Faser jeweils reißt bzw. bricht, so entsteht dadurch ein Keim für Risse und Brüche der angrenzenden Fasern. Das ganze Bündel, der ganze Stamm zerbricht dann sehr viel leichter, so, wie ein Tuch leichter reißt, wenn ich in seinen Rand einen kleinen Schnitt setze. Ist das Faserbündel jedoch innen hohl, ein Hohlzylinder, so plattet es sich unter der Durchbiegung ab, nimmt einen annähernd elliptischen Querschnitt an. Nun ist es nicht mehr nur eine Faser, die die größte Dehnung, bzw. Stauchung erleidet, sondern es ist ein ganzer Streifen benachbarter Fasern. Und diese Fasern sind "gemeinsam stark", die reißen, bzw. knicken nicht mehr so schnell wie eine einzige. Ein hohler Baum vermag also viel größerem Winddruck standzuhalten als ein massiver. (...)"

  • 9 Anonym 07.12.2018, 07:58 Uhr

    "Zum einen geht dies aus der Eulerschen Theorie der Knickung hervor: Die entscheidende Größe der Knickkraft, unter der ein Stab zerbricht, ist das polare Flächenträgheitsmoment. Wenn die gesammt-Querschnittsfläche des Stabes A vorgegeben ist, wird dieses am größten, wenn die Abstände r der einzelnen Flächenelemente dA von der Hauptaxe des Stabes möglichst groß werden. Dies ist der Fall, wenn die Fläche A die Form eines Kreisringes hat. Der Querschnitt durch einen Baumstamm sollte also die Form eines Kreisringes haben! Zum andern hat ein Hohlzylinder gegenüber einem massiven hinsichtlich einer Knickung einen großen Vorteil: Er kann sich unter Biegung verformen! Stellt man sich einen Baumstamm als ein Bündel aus Fasern vor, meinetwegen Spaghetti, und biegt man diesen massiven Spaghettizylinder von sich weg, indem man seine Enden mit den Händen ergreift, so sind es zwei Spaghetti, die die größten Kräfte auszuhalten haben: (...)"

  • 8 Anonym 07.12.2018, 07:56 Uhr

    Muss dem Biologen Recht geben. Die Bäume wissen durch den absichtlich forcierten Hohlraum ganz genau, was sie tun. Diese Aussage habe ich auf einer heimischen Website über Marburg gefunden. In dem Artikel heißt es: "Bäume sind klüger als Behörden glauben wollen - dieser Umstand wird ihnen häufig zum Verhängnis! Oft heißt es: Der Baum ist innen hohl, also nicht mehr standsicher, er muß ab, die Verkehrssicherungspflicht gebietet es. Manchmal wird dem Baum auch "geholfen", indem die Höhlung mit Beton ausgegossen wird, wie das Beispiel der alten Weide an der Mündung des Kupfergrabens zeigt. Doch der Baum weiß ganz genau was er tut, wenn er es zuläßt, daß Pilze und Mikroorganismen ihn innerlich aushöhlen, denn: Ein Hohlzylinder ist gegen Knickung stabiler als ein massiver! Und dies aus zwei Gründen: (...)"

  • 7 Anonym 06.12.2018, 20:13 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er auf eine externe Website verlinkt.

  • 6 Wolfgang Lückert 06.12.2018, 16:56 Uhr

    ich als Biologe nehme Stellung: Linden gehören zu den Weichhölzern. Ältere Linden faulen vom Kern her , besonders gerne im Bodenbereich wie man im Film sehen konnte. Dadurch entsteht eine Röhre mit einer stabilen Außenwand ( s. Filmbeitrag ) die bruchsicherer ist als ein Vollstamm ( Statik ) . Im Inneren dieser Röhre wachsen Sekundärstämme nach oben und geben dem Baum zusätzliche Stabilität ( Beispiele : 1000jährige Linden sind innen komplett hohl , man kann sich sogar in sie hineinstellen , auch bereits jüngere Linden zeigen diese Phänomen ). Diese Linden hätten noch weitere Jahrhunderte überlebt und wären immer " würdiger " geworden . Die Volksmeinung zeigt hier wieder typisch : Baum mit Faulstellen = kranker Baum ; muss man umsägen; z. Glück sagt die Wissenschaft etwas anderes, aber das interessiert ja keinen u.a. auch die Verantwortlichen.

  • 5 Nörrenberg 06.12.2018, 07:00 Uhr

    Wie die Bilder der gefällten Bäume zeigen lag der so genannte Gutachter alfons Schmidt völlig daneben mit seinem Gutachten Die Bäume sind von innen verfault und somit nicht mehr standsicher Deshalb war die Entscheidung zum fällen absolut notwendig Darauf geht der Bericht leider nicht ein Schade so kehrt kein Frieden in Bad Berleburg ein

    Antworten (1)
    • Anonym 07.12.2018, 08:15 Uhr

      Eben genau NICHT! :o( Siehe neueste Kommentare!

  • 4 Sauerländer 05.12.2018, 21:34 Uhr

    Respekt vor den Entscheidern: Die Bilder der abgeschnittenen Bäume zeigen den schlechten Zustand und eindeutig Gefahren! Junge Bäumen haben eine Chance verdient.

  • 3 Anonym 05.12.2018, 20:09 Uhr

    So schafft man Sachzwänge, erst als die Aussicht auf Subventionen ins Blickfeld geraten kümmert man sich um den Platz das war für die Bäume schon zu spät! Eine unqualifizierter Schnitt der Baumkronen Gaben den Bäumen den Rest. Traurig

  • 2 KleinerZyniker 05.12.2018, 19:21 Uhr

    Lieber Schreiber, Sie sollten einsehen, dass wir den Planeten nicht kapput kriegen, wenn wir das nicht konsequent durchziehen.

  • 1 Anonym 05.12.2018, 14:28 Uhr

    Bäume sind nur gut für's Klima und das Wohlbefinden aller Lebewesen. Freier öffentlicher Raum ist geldwertes Bauerwartungsland und nützt nur den Investoren, denen die Privatisierung längst zugesagt worden ist, wenn die öffentliche Scheindiskussion beginnt. Der Verlust öffentlichen Eigentums geht einher mit einem Verlust an Demokratie!